Solomon Burke ist tot König des Souls im Flugzeug gestorben

Solomon Burke ist tot. Der 70-jährige Soulsänger ("Everybody needs somebody to love") starb unerwartet - kurz bevor er sein neuestes Album in Europa vorstellen konnte.

Über einen Mangel an himmlischem Segen konnte sich Solomon Burke nie beklagen. Zu seinen größten Fans gehörten immerhin auch Päpste. Johannes Paul II. und Benedikt XVI. luden den gewichtigen Soul- und Bluessänger gern zu Weihnachtsfeiern in den Vatikan ein. Am Sonntag starb er mit 70 Jahren in einem Flugzeug, wahrscheinlich durch einen Herzinfarkt - kurz nach der Landung seiner Maschine aus Los Angeles auf dem Airport von Amsterdam.

US-Soul-Musiker Solomon Burke - hier während des Montreux Jazz festival - ist im Alter von 70 Jahren gestorben.

(Foto: AFP)

In den Sechzigern wurde Burke in Amerika als "King of Rock & Soul" gefeiert. Freilich stand er damals oft im Schatten von Sam Cooke und Otis Redding. Doch ohne Burke wäre die Welt von Gospel, Soul und R&B erheblich ärmer. Er hat etliche Hits geschrieben, aber einer überragt alle und gehört tatsächlich in die Kategorie "unsterblich", allein schon weil er bis heute immer wieder gecovert wird: "Everybody Needs Somebody to Love".

Kaum hatte Burke den Ohrwurm 1964 veröffentlicht, stellten ihn die Rolling Stones in einer Bluesrock-Variante vor. Wilson Picket, die Blues Brothers und viele andere schlossen sich an. Mit einem Song landete Burke sogar zweimal einen Superhit: "Cry to Me" eroberte die Charts in den Sechzigern und wurde 20 Jahre später noch einmal ein Welthit durch den Hollywood-Film "Dirty Dancing".

Bestimmt hätte Burke ihn jetzt auch wieder als Höhepunkt des Konzertes gesungen, das für Samstag im Amsterdamer Club "Paradiso" geplant war. Es war ausverkauft, wie die meisten Auftritte des Altmeisters, der sich in den letzten Jahren einer fast noch größeren Beliebtheit erfreute als in den Sechzigern. 2001 schien es allerdings so, als sei der Höhepunkt seiner Karriere überschritten. "Die denken nun, dass nun nicht mehr viel kommt", sagte Burke schmunzelnd als er feierlich in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen wurde.

Er wusste es besser. 2003 leitete er ein Comeback mit dem Album "Don't Give Up on Me" ein. Mit der LP gewann er 2003 den Grammy für das beste zeitgenössische Blues-Album. Dafür hatte Burke den Spieß einmal umgedreht: Nachdem so viele ihn interpretiert hatten, sang er nun Songs, die etliche Stars eigens zu seinen Ehren geschrieben hatten, unter ihnen Bob Dylan, Van Morrison, Elvis Costello und Brian Wilson.

Immer wieder bewies Burkes, dass er etliche Stile bis hin zur Countrymusik bestens beherrschte. Kein Wunder, dass 2006 Country- Größen wie Dolly Parton, Patty Loveless und Emmylou Harris dem im wahrsten Sinne des Wortes schwergewichtigen Star ihre Referenz erwiesen und mit ihm das Erfolgsalbum "Nashville" aufnahmen.

Begonnen hatte Burke seine Laufbahn wie so viele schwarze Stars in der Kirche. Der in Philadelphia geborene Katholik war ein leidenschaftlicher Prediger. Den Durchbruch erreichte er schon als 14-Jähriger mit dem Gospelsong "Christmas Presents from Heaven".

Im Frühjahr ging Burke, der 21 Kinder und 90 Enkel hinterlässt, nach einer Riesenfete zu seinem 70. noch einmal als "King of Rock & Soul" auf Welttournee. Gestorben ist er nicht ohne einen Nachlass: Mit der niederländischen Rockband De Dijk spielt er 13 Song für sein letztes Album ein, das er in Amsterdam vorstellen wollte. Es heißt "Hold On Tight" - Nicht loslassen!