Schauspiel-Premieren in Berlin Auf Abstand zum Stoff

Die Berliner Theater verhandeln gerade Rechtsextremismus, Identitätsfragen und Familienthemen - irgendwo zwischen wohliger Selbstbestätigung und Kapitulation vor ihren Texten.

Von Mounia Meiborg

Sonntagabend, 20 Uhr: Man kennt die Sätze. "Die Islamisierung macht sich in unserem Alltag breit." Und: "Wir müssen aufpassen, dass Deutschland Deutschland bleibt."

Hier läuft nicht die "Tagesschau". Das ist ein Theaterabend an der Berliner Schaubühne. "Fear" heißt er, und er beginnt mit Wörtern eines Pegida-Anhängers, die vom Band kommen. Dazu sind Videobilder zu sehen: rauschende Bäche, Einfamilienhäuser, Idylle pur. Unterlegt werden die Bilder mit einem unheilvollen Trommeln. Willkommen also in Deutschland.

Der Autor und Regisseur Falk Richter beschäftigt sich ...