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Kunst in Zeiten des Coronavirus:Eine Hymne für Bergamo

Coronavirus - Italien

Die Fassade des Krankenhauses Papa Giovanni XXIII in Bergamo. Ein Popsong soll Spenden für das Krankenhaus sammeln.

(Foto: Luca Bruno/dpa)

"Du wirst wiedergeboren" singen zwei italienische Musiker anlässlich des Corona-Notstandes in Bergamo - und wollen damit das Krankenhaus Papa Giovanni XXIII unterstützen.

Von Selma Badawi

Dieser Text wurde am 31. März um 12.40 Uhr um die Information aktualisiert, dass Roby Facchinetti sich von einem Whatsapp-Kettenbrief distanziert, der behauptet, Youtube würde dem genannten Krankenhaus für jeden Kick auf sein Video Geld zahlen. Facchinettis in diesem Text bislang schon zitierte Aussage, er selbst werde alle Einnahmen spenden, ist davon nicht betroffen.

Italy Pooh live at Palamaggio 2016 In photo Pooh band The Pooh the longest band in the whole hist

Die ehemalige Band "The Pooh" im Jahr 2009. Den Song "Rinascerò, Rinascerai" veröffentlichte Frontmann Roby Facchinetti auf Youtube.

(Foto: imago/Pacific Press Agency)

"Rinascerò, Rinascerai" - Ich werde wiedergeboren, du wirst wiedergeboren. So heißt das Lied, das die beiden italienischen Künstler Roby Facchinetti und Stefano D'Orazio anlässlich des Corona-Notstandes in ihrer Heimatstadt Bergamo geschrieben haben.

Die Mitglieder der ehemaligen Popband The Pooh veröffentlichten das Lied vor wenigen Tagen auf Youtube. "Alle Einnahmen aus Downloads, Urheberrechten und Redaktionsrechten werden vollständig gespendet zugunsten des Papa Giovanni XXIII Krankenhauses in Bergamo für den Kauf von medizinischen Geräten", schreibt Facchinetti auf seinem Youtube-Profil. Außerdem verweist er auf das Bankkonto des Krankenhauses, auf das man ebenfalls selbst spenden könne.

Der Sänger distanzierte sich allerdings explizit von einem Kettenbrief, der mit einem ähnlichen Anliegen über Whatsapp verschickt wird. In der Textnachricht wird behauptet, Youtube würde für jeden Klick auf das Video von "Rinascerò, Rinascerai" Geld an das Krankenhaus spenden. Die Einnahmen für einen einzelnen Klick auf der Plattform sind allerdings im kaum messbaren Bereich marginal - helfen also niemandem. Wer das Krankenhaus unterstützen möchte, müsste den Song also auf einem offiziellen Portal herunterladen und bezahlen. Oder - sicher wirkungsvoller, weil direkter - einfach spenden.

Der Song selbst klingt übrigens sehr emotional - eine Ballade, von Klavier begleitet, mit Chören im Hintergrund und stellenweise Streichern. Das Lied hat viel Echo im Sound, eine erwartbare Potion italienisches-Pop-Pathos und wirkt besonders durch die volle, kräftige Stimme des Sängers. Das offizielle Video haben Nutzer in den sozialen Netzwerken bereits mehrere tausend Mal angeklickt. Der italienische Radiosender RTL 102.5 spielt den Song alle zwei Stunden.

© SZ.de/tmh
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