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Restitutionen:Experten fordern neue Leitlinien

Internationale Museumsexperten, die meisten davon aus afrikanischen Ländern, fordern in einem vom Goethe-Institut veröffentlichten Bericht ein Verbot der Forschung an aus Afrika stammenden human remains - also menschlichen Überresten wie Schädeln - und die proaktive Restitution von Objekten, die während der Kolonialzeit aus Afrika nach Europa gebracht wurden.

Die Wissenschaftler hatten auf zwei vom Goethe-Institut organisierten Konferenzen in Hamburg und Dar-es-Salaam in Tansania über ethische Fragen der Museumsarbeit diskutiert und dort den nun im Abschlussbericht aufgeführten Forderungskatalog formuliert. Er geht erheblich über die bereits formulierten "Eckpunkte zum Umgang mit Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten" hinaus, auf den sich die deutsche Kulturministerkonferenz schon vor einem Jahr geeinigt hat. So fordern die Wissenschaftler nun etwa die Anerkennung der "legalen und moralischen Rechte der Afrikaner" beziehungsweise der jeweiligen Herkunftsländer an den Objekten sowie mehrsprachige und öffentlich zugängliche Inventare der Museen.

© SZ vom 01.08.2020 / jhl

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