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Premiere:Zermalmt

Salzburger festspiele

Patrycia Ziolkowska als Atossa, des Perserkönigs Xerxes Mutter, Valery Tscheplanowa und Katja Bürkle als Chor des persischen Ältestenrates.

(Foto: Bernd Uhlig)

Das Inferno dauert hier eine Stunde: Der Regisseur Ulrich Rasche setzt Aischylos' "Perser" bei den Salzburger Festspielen als monströses Räderwerk des Krieges in Szene.

Von Egbert Tholl

Das erste Wort ist ein Schrei. Nichts anderes hat man erwartet, wenn Ulrich Rasche inszeniert: "Welt, schau auf uns!". Valery Tscheplanowa brüllt den Satz heraus, nachdem sie ihre Stimmbänder mit einem gurgelnden Urlaut freigemacht hat. Die Welt und das Publikum der Salzburger Festspiele sollen schauen auf die vollkommene Niederlage der Perser, die sich unter dem gottgleichen König Xerxes anschickten, Griechenland zu erobern, und fast allesamt zugrunde gingen, 300000 Mann. "Die Perser" sind die älteste erhaltene Tragödie der Antike, Aischylos schrieb sie auf, im Jahr 472 vor Christus, acht Jahre nach der Seeschlacht bei Salamis, in der die persische Flotte vernichtet wurde. Aischylos hatte diesen Krieg selbst erlebt; weshalb er das Stück schrieb, darüber gibt es zwei Theorien: Die Sieger wollten ihre Empathie mit den Besiegten zeigen und damit auch die Überlegenheit der eigenen Kultur zum Ausdruck bringen. Oder: Aischylos wollte mit der drastischen Schilderung des Untergangs, des Gemetzels, des vieltausendfachen Sterbens den Krieg ein für allemal aus der attischen Republik vertreiben. Die Kraft des Menetekels jedoch hielt nicht lang an.

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