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Preis:Shortlist für den Man Booker Prize

Es geht um 50 000 Pfund: Die Kandidaten für den International Man Booker Prize 2018 stammen aus Südkorea, Spanien, Frankreich, Polen, Ungarn und dem Irak.

Von Alexander Menden

Die Kandidaten für den International Man Booker Prize 2018 stammen aus Südkorea, Spanien, Frankreich, Polen, Ungarn und dem Irak. Der mit 50 000 Pfund dotierte Preis wird seit 2016 für einen einzelnen ins Englische übersetzten Roman verliehen; von 2005 bis 2015 erhielten die Gewinner ihn für ihr Lebenswerk. Der letzte Preisträger nach dem alten System war der Ungar László Krasznahorkai, der nun mit "The World Goes On" ("Die Welt voran"), einer Sammlung von 21 Kurzgeschichten, im Rennen ist. Auch die Südkoreanerin Han Kang hat den Preis schon einmal gewonnen, 2016 mit ihrem Roman "Die Vegetarierin". In diesem Jahr ist sie für "The White Book" nominiert, eine Meditation über die symbolischen Funktionen der Farbe Weiß. Ahmed Saadawi werden mit "Frankenstein in Baghdad" gute Chancen eingeräumt. Er erzählt darin die Geschichte eines irakischen Schrotthändlers, der Gliedmaßen von den Straßen Bagdads aufliest, und sie zusammennäht, um ein politisches Signal zu setzen. Um zerlegte Körper geht es auch in "Flights" ("Unrast"), in dem die Polin Olga Tokarczuk über eine Zeitspanne von Jahrhunderten Einzelschicksale betrachtet. Die Französin Virginie Despentes berichtet in "Vernon Subutex 1" vom Besitzer eines Schallplattenladens, der obdachlos wird, während der Spanier Antonio Muñoz Molina in "Like a Falling Shadow" zehn Tage im Leben von James Earl Ray betrachtet, dem Mörder Luther Kings. Der Sieger wird am 22. Mai bekanntgegeben.

© SZ vom 14.04.2018

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