bedeckt München 27°

Personalie:Schweizer Import

Barbara Frey

Theaterregisseurin und designierte Chefin der Ruhrtriennale Barbara Frey.

(Foto: Matthias Horn/Schauspielhaus Zürich)

Die Theaterregisseurin Barbara Frey wird 2021 neue Leiterin des Festivals Ruhrtriennale. Zuvor leitete die gebürtige Schweizerin als erste Frau das Schauspielhaus Zürich - und zwar ziemlich erfolgreich. Frey war auch mal Schlagzeugerin.

Ja, sie werde nach Bochum ziehen, sagt Barbara Frey und lacht. Und nein, sie habe keine Berührungsängste - weder mit Uraufführungen noch mit dem Ruhrgebiet. Die 56-jährige Theaterregisseurin aus der Schweiz wird neue Intendantin der Ruhrtriennale, verantwortlich für die Spielzeit 2021 bis 2023. Nordrhein-Westfalens Kulturministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen (parteilos) stellte die künftige Festivalchefin am Mittwoch in Düsseldorf vor. Die Ruhrtriennale bekommt alle drei Jahre eine neue künstlerische Leitung und findet seit 2002 in den großen Industriebauten der Region statt - das sind zum Beispiel die Jahrhunderthalle in Bochum, die Zeche Zollverein in Essen, das vor kurzem stillgelegte Bergwerk Prosper-Haniel in Bottrop. "Ich habe schon eine Tour an den Spielorten entlang gemacht", sagt Frey und gibt sich beeindruckt von den Spielstätten. "In den Räumen spürt man noch immer den Aufbruch in eine bessere Zukunft." Die Stimmung habe sie "fast physisch ergriffen".

In den vergangenen zehn Jahren hat die ausgebildete Schlagzeugerin Frey, als erste Frau überhaupt, das Schauspielhaus Zürich geleitet. Sehr erfolgreich, wie ihr attestiert wird. So kamen Ministerin Pfeiffer-Poensgen und ihr Gremium auf die Schweizerin. Es seien etwa 20 Namen im Gespräch gewesen, für Frey habe man sich auch wegen ihrer Führungskompetenz und Teamfähigkeit entschieden, hieß es.

Ihre Vorgänger waren Gerard Mortier, Jürgen Flimm, Willy Decker, Heiner Goebbels und Johan Simons.

Die amtierende Leiterin der Ruhrtriennale, Stefanie Carp, ist umstritten. Sie hatte noch vor ihrem ersten Festival, das jährlich mit einem Millionenbetrag vom Land gefördert wird, bundesweit Empörung ausgelöst, weil sie die israelkritische Band Young Fathers einlud. Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hatte das Festival demonstrativ nicht besucht. Die diesjährige Ruhrtriennale unter Carps Leitung beginnt am 21. August.