Übersetzerin aus dem Italienischen:Ragni Maria Gschwend ist gestorben

Übersetzerin aus dem Italienischen: Die Übersetzerin Ragni Maria Gschwend (1935 - 2021).

Die Übersetzerin Ragni Maria Gschwend (1935 - 2021).

(Foto: imago)

Sie hat Claudio Magris und mehr bedeutende italienische Literatur ins Deutsche gebracht.

Die Übersetzerin Ragni Maria Gschwend, vielfach ausgezeichnet für ihre Verdienste um die italienische Literatur in deutscher Sprache, ist mit 85 Jahren in Freiburg im Breisgau gestorben. Besonders das Werk von Claudio Magris, aber auch Bücher von Italo Svevo, Fulvio Tomizza, Federigo Tozzi und Elsa Morante sind hier durch ihre Arbeit bekannt geworden. Nach einer Buchhändlerlehre jobbte die 1935 im Allgäu geborene Gschwend bei einer italienischen Firma auf dem Münchner Großmarkt. Unter den Arbeitern dort fiel ihr einer auf, der wie sie mit Büchern unter dem Arm in die Kantine kam. Gschwend begann seine Gedichte aus dem Italienischen zu übersetzen. Er wurde kein bekannter Dichter, aber sie hatte ihren Beruf gefunden. Nach einem Übersetzerstudium in München wirkte sie später als Redaktionsassistentin an der Reihe "rowohlts deutsche enzyklopädie" mit, auch war sie Geschäftsführerin des bayerischen Schriftstellerverbands. Seit 1976 lebte sie als freiberufliche literarische Übersetzerin in Freiburg. 2006 bekam sie den Preis der Leipziger Buchmesse für ihre Übersetzung von Antonio Morescos Roman "Aufbrüche" (Amman Verlag), 2008 wurden ihr der Paul-Celan-Preis, 2015 der Deutsch-italienische Übersetzerpreis, jeweils für ihr Lebenswerk zugesprochen. Mit einem Sammelband von "Geschichten vom Übersetzen, Dolmetschen, Verstehen" unter dem Titel "Der schiefe Turm von Babel" (Straelener Manuskripte) machte sie ihr Berufsbild der Leserschaft zugänglich. Zuletzt erschien 2019 Claudio Magris' Band "Schnappschüsse" (Hanser Verlag) in ihrer Übersetzung.

© SZ/masc
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