Malerei Zeitpanoramen

Das Münchner Haus der Kunst widmet Jörg Immendorf eine fabelhaft reiche Ausstellung, die von seinen frühen Gruselwerken über seine "Café Deutschland"-Klassiker bis zum Spätwerk reicht.

Von Gottfried Knapp

Sollten Kunsthistoriker irgendwann eine Rangliste aufstellen, welcher Künstler durch das Werk eines anderen Künstlers am direktesten in eine neue Richtung gelenkt worden ist, dann muss Jörg Immendorff ganz vorne an der Spitze stehen. Denn er ist durch ein einziges Gemälde, das er 1977 in Köln gesehen hat, zu dem geworden, was er niemals werden wollte, zum Erfinder neoexpressionistischer Zeitpanoramen, zum Maler handfester Gegenstände, also zum Propheten einer Kunstform, die im westdeutschen Kulturbetrieb damals gerade abgeschafft war.

Gepinselt und gewerkelt hatte ...