Loriot bei Beckmann "Na warte, Evelyn!"

Vicco von Bülow lobt am Montagabend bei Beckmann die verstorbene Evelyn Hamann, die man oft für seine Frau gehalten hat. Und einmal mehr schämt man sich ein bisschen für Beckmann als Moderator.

Von Ruth Schneeberger

Das ist der Nachteil einer Fernseh-Aufzeichnung: Zwar werden sämtliche Unwägbarkeiten, die bei einer Live-Show auftreten können, ausgeblendet - aber ganz so aktuell, wie sie tut, ist sie dann doch nicht:

"Hildegard, sagen Sie jetzt nichts!"

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Vicco von Bülow musste sein Interview mit Reinhold Beckmann, das am Freitagabend aufgezeichnet wurde, um es am Montagabend in der ARD auszustrahlen, gestern auf die Schnelle nochmal deutlich erweitern. Denn in der Nacht zu Montag ist seine langjährige und wichtigste Filmpartnerin Evelyn Hamann gestorben. Und ein Interview mit "Loriot", ohne dabei über den Tod seiner kongenialen Partnerin zu sprechen, das wäre nicht mal die halbe Miete gewesen.

Vicco von Bülow tat es also, auf seinen "persönlichen und innigen Wunsch", wie Beckmann gleich zu Beginn betonte, und sobald von Bülow loslegte, glaubte man ihm das auch: "Mit Evelyn habe ich eine treue Partnerin und wir alle eine wunderbare Schauspielerin verloren, der es immer gelang, die heiklen Seiten des Lebens durch Komik zu überwinden", sprach er in die Kamera.

Bei aller außergewöhnlichen Präzision, die ihre Arbeit geprägt habe, habe sie die Komik bestimmter Situationen besonders schnell erfasst. "Wenn sie das merkte, hatte sie ein Lachen, was ich von keinem anderen Menschen bis dahin gehört habe", sagte er. Dieses Lachen werde er nie vergessen. "Liebe Evelyn, dein Timing war immer perfekt", sagte er. "Nur heute hast du die Reihenfolge nicht eingehalten. Na warte!"