Literatur - Hamburg:Pastorin verliert Gott: Romandebüt von Lüneburger Autorin

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Literatur - Hamburg: Tamar Noort, Autorin, sitzt in ihrer Wohnung am Tisch. Foto: Philipp Schulze/dpa/Archivbild
Tamar Noort, Autorin, sitzt in ihrer Wohnung am Tisch. Foto: Philipp Schulze/dpa/Archivbild (Foto: dpa)

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Lüneburg (dpa) - Mutig reichte Tamar Noort die ersten 25 Seiten ihres Debütromans "Die Ewigkeit ist ein guter Ort" 2019 für den Hamburger Literaturpreis ein. Maximal 30 Seiten hätten es sein dürfen, aber mehr hatte die Lüneburger Journalistin einfach noch nicht. Als sie dafür ausgezeichnet wurde, sei es nicht mehr schwierig gewesen einen Verlag zu finden, erzählt sie.

Bis die 300 Seiten (Rowohlt Verlag, 22 Euro) im August veröffentlicht wurden, brauchte die 45-Jährige aber noch knapp drei Jahre. Die Geschichte der ungewöhnlichen Pastorin Elke, die mit Gott fremdelt und plötzlich das Vaterunser vergisst, hat durchaus auch mit Noort zu tun. "Das Setting ist mir sehr vertraut, mein Vater und meine Schwester sind Theologen. Ich bin aufgewachsen mit diesen Themen", erklärt die Tochter deutsch-niederländischer Eltern, die in Bleckede bei Lüneburg lebt. "Ich habe mir auch selbst die Frage gestellt, ob Kirche als Bezugsort dienen soll, weniger dramatisch als bei Elke." Noort wurde als Jugendliche klar, dass sie sich andere Orientierungspunkte suchen wollte.

Essentielle Fragen wie die Endlichkeit des Daseins, die sich jeder im Leben stellt, haben sie beschäftigt. Mit ungewöhnlichen Ideen und Wendungen und auch Sprachkreationen wie "Gottdemenz" erzählt sie die Geschichte der Elke auf ihre ganz eigene Art. Nicht zu schwer sollte das Debüt herkommen - das ist ihr gelungen.

Das Thema Kirche hat sie abgeschlossen, nun sortiert sie ihre Ideen für ein zweites Buch. "Es ist noch keine festgewachsen, aber ich werde demnächst wieder loslegen", sagt Noort, die sonst Dokumentationen für ZDF, Arte und 3sat mit dem Schwerpunkt Wissenschaft dreht.

© dpa-infocom, dpa:221031-99-325534/2

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