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Kunst:Fehlbare Typen, Klapperschlangen

Kunstverein Hamburg

„Quantification Trilogy“: Jeremy Shaw nimmt die Sehnsucht nach Gegenwartsflucht und alternativen Erfahrungen ernst und hält zugleich Distanz.

(Foto: Fred Dott)

Manchmal treten auch Evangelisten auf: Der Hamburger Kunstverein zeigt drei Filme des Kanadiers Jeremy Shaw.

Von Till Briegleb

Wenn man sich umschaut, was die Menschen gerade miteinander anstellen an Hass, Gier und Gemeinheit, fällt es schwer zu verstehen, warum die Cyborgs der Zukunft wieder Menschen werden wollen. Aber Jeremy Shaw ist durch den Zeittunnel voraus gewandert, an drei Stellen ausgestiegen, und hat festgestellt, dass die Implantation von "Maschinen-DNA" die verbesserten Wesen nicht glücklich gemacht hat. Die Cyborgs, die er von Mitte des 21. Jahrhunderts bis ins 26. Jahrhundert beobachtet, sehen zwar aus wie richtige Menschen, mit Altersspuren, schrecklichen Klamotten und Lebensmittelschwangerschaft, sollen aber total vernünftige Wesen sein. Durch diesen Mangel an Metaphysik frustriert unternehmen sie die absonderlichsten Sachen, um sich zurück zu verwandeln in die rücksichtslosen und egoistischen Geschöpfe von 2018, die man wirklich nur aus einer fernen Zukunft als human verklären kann.

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