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Funk-Legende:"Kool & The Gang"-Mitbegründer Ronald Bell ist tot

Kool and The Gang: Robert Bell, Dennis Thomas, Ronald Khalis Bell und George Brown auf dem Walk of Fame in Los Angeles

Ronald "Khalis" Bell (zweiter v.l.) während einer Feier, bei der Kool & The Gang ein Stern auf dem Walk of Fame in Los Angeles gewidmet wurde.

(Foto: Rich Fury/AP)

Bell, der an Songs wie "Jungle Boogie" und "Celebration" mitkomponiert hat, starb im Alter von 68 Jahren. Die Todesursache ist unbekannt.

Ronald Bell ist tot. Das bestätigte ein Vertreter des Musikers dem amerikanischen Magazin Rolling Stone. Der Mitbegründer von Kool & The Gang starb demnach am Mittwoch in seinem Zuhause auf den Amerikanischen Jungferninseln. Bell wurde 68 Jahre alt. Eine Todesursache wurde nicht genannt.

Kool & The Gang, die als Jazz-Formation begonnen hatten, entwickelten sich in den Siebzigerjahren zu einer der erfolgreichsten Funk-, Soul- und Disco-Formationen der Welt. Der Sänger, Komponist und Saxophonist hatte an ihren größten Hits wie "Ladies' Night," "Jungle Boogie" oder "Celebration" mitgeschrieben. Seit dem Debüt "Kool and the Gang" aus dem Jahr 1970 hatte die Band 23 Studioalben veröffentlicht. Zuletzt das Weihnachtsalbum "Kool for the Holidays".

Widerwilliger Wechsel weg vom Jazz

Der im November 1951 geborene Bell, der gläubiger Muslim war und sich Khalis Bayyan nannte, begann seine Karriere mit seinem Bruder Robert "Kool" Bell - angeblich, indem sie Sprühdosen zu Percussion-Instrumenten umfunktionierten und dabei feststellten, dass sie unterschiedliche Tonhöhen erzeugten, je nachdem, wie voll sie noch waren. An der High School gründeten sie die Jazziags, die später zu Kool & The Gang werden sollten. Ein bisschen widerwillig.

"Es war extrem schwer, uns dazu zu bringen, R&B zu spielen", sagte Bell dem Rolling Stone in einem Interview zum Debüt. "Eigentlich waren wir eingefleischte Jazz-Musiker."

Der Widerstand sollte später geringer werden - und Kool & The Gang zu einer der bedeutendsten Bands im Genre, der es jahrelang gelang, sowohl kommerziell erfolgreich zu sein, als auch als geachtete Größe neben Bands wie Earth, Wind and Fire, den Isley Brothers oder Sly & the Family Stone zu bestehen. Später wurden ihre Playbacks immer wieder in Hip-Hop-Songs gesampelt. Man höre etwa "Summer Madness" und dann "Summertime" von DJ Jazzy Jeff & the Fresh Prince.

© SZ/biaz/khil
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