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Konzertkritik:Für Marlene

Bob Dylan

Bob Dylan sieht sich als Mann, der zuständig ist für "Sad Songs and Waltzes", für traurige Lieder und langsame Walzer.

(Foto: Marek Lieberberg Konzertagentur)

Seit 1988 ist Bob Dylan auf seiner "Never Ending Tour". Nun kam er in Bamberg vorbei und zeigte, dass er immer noch für das eine oder andere Erweckungserlebnis gut ist.

Marlene!" Marlene hört nicht. Marlene blickt weiter nach vorn zur noch leeren Bühne, dreht sich dann ein wenig nach links, ein wenig nach rechts, die Arme verschränkt. "Marlene!" Der Ruf von weiter hinten, weiter oben wird dringlicher; die Frauenstimme, die so dringend Marlene sprechen will, erhält Beistand durch einen scharfen, sehr männlich wirkenden Pfiff. Na endlich, Marlene bemerkt, dass sie gemeint ist, winkt, ruft zurück. Morgen werde man telefonieren. Mehr gibt es gerade nicht zu sagen. Marlene ist Ende vierzig, schlank, offenbar aus Franken und offenbar mit ihrem Mann in der Brose Arena in Bamberg, um Bob Dylan zu hören, vielleicht zum ersten Mal. Vielleicht, um ihrem Mann einen Gefallen zu tun. Vielleicht, weil sie ein wenig besser verstehen will, was ihr Gatte an diesem Dylan findet. Vielleicht, vielleicht.

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