Amerika, 20. Jahrhundert: Nach dem Eintritt in den Zweiten Weltkrieg läuft die US-Schiffsproduktion auf Hochtouren, Schiffsinspektor James J. Kilroy kontrolliert die Fertigung. Damit niemand die bereits geprüften Teile erneut inspiziert, markiert er sie mit Kreide: Kilroy was here - Kilroy war da. Später finden US-Soldaten den Satz an den unzugänglichsten Stellen in ihren Schiffen. Für sie ist er ein Mysterium: Wer zum Teufel ist dieser Kilroy? Und warum ist er immer zuerst dagewesen?

Obwohl ihn niemand kennt, ist Kilroy in aller Munde. Wilde Gerüchte über die Identität des Unbekannten verbreiten sich. Bald entsteht ein Wettbewerb: An neuen Einsatzorten gilt es, den Satz heimlich an eine prominente Stelle zu schreiben - um später zu behaupten, er habe schon dagestanden. Begleitet wird Kilroy häufig von einem stilisierten Gesicht, das verstohlen hinter einer Mauer hervorlugt.

Der Name wird auch hinter den feindlichen Linien von Soldaten und Spionen verewigt. Bald macht eine Geschichte die Runde, die schwer verifizierbar ist: Hitler, gegen Kriegsende von Paranoia geplagt, soll panische Angst bekommen, wann immer er von dem Super G.I. hört oder liest: Wenn, so des Führers Phobie, dieser US-Soldat in der Lage ist, unbemerkt an alle erdenklichen Ort zu gelangen, so müsste es für Kilroy auch ein Leichtes sein, ihn, Hitler, zu töten.

Und nicht nur diesen Diktator ...

Bild: Luis Rubio 16. Dezember 2010, 13:362010-12-16 13:36:40 © sueddeutsche.de/kelm