Karl Ove Knausgård:Der Idiot

Lesezeit: 6 min

Wenn sich die Welt in ein Werk verwandelt: Karl Ove Knausgård hat ein glänzendes Buch über Edvard Munch geschrieben, mit der ihm eigenen Mischung aus Neugier und Unsicherheit.

Von Thomas Steinfeld

Es ist schwierig, von Landschaften zu erzählen, fast so schwierig, wie von Träumen zu berichten. Nie scheinen die Worte auszureichen. Immer ist da ein Ungenügen, dass das Wesentliche, das einem doch so deutlich vor Augen zu stehen scheint, am Ende doch nicht getroffen ist. Im Angesicht einer Landschaft erscheint alle Sprache dürftig, und das gilt auch für das scheinbar schlichteste Landschaftsbild, für Edvard Munchs Gemälde eines mit Kohlköpfen bestandenen Ackers etwa, das der norwegische Schriftsteller Karl Ove Knausgård so beschreibt: "Die Kohlpflanzen im Vordergrund sind grob und fast skizzenhaft gemalt und lösen sich zum Hintergrund hin in grüne und blaue Pinselstriche auf. Neben dem Acker befindet sich ein Feld in Gelb, darüber ein Feld in Dunkelgrün und wiederum darüber ein schmales Feld mit einem sich verdunkelnden Himmel. Das ist alles, das ist das ganze Bild." Dennoch hat Karl Ove Knausgård ein ganzes Buch über dieses Bild und andere Werke Edvard Munchs geschrieben. Weil aber das Betrachten und das Beschreiben bei Gemälden so weit auseinandertritt, handelt dieses Buch vor allem davon, wie schwierig es ist, sie zu beschreiben.

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