Internet Ost Boys

(Foto: Youtube)

Sehr markant, sehr Berlin, sehr trashig und sehr erfolgreich: Die Youtube-Serie von Mark Filatow und Dmitrij Tsvetkov über ihr eigenes Leben.

Von Sonja Zekri

Manchmal fluchen sie auf russisch, schwärmen von Fisch aus Moskau. Aber wehe, jemand erwähnt Slawiks kirgisische Wurzeln. Dann schnauzt er: "Ich bin Deutscher, ej!" Slawik (Mark Filatov) und Wadik (Dmitrij Tsvetkov) sind die "Ost Boys" aus Berlin-Marzahn. In ihrer Internet-Serie (http://bit.ly/ostboysall) schreiten sie den Horizont ab zwischen Shisha-Bar und Arbeitsamt, Dönerbude und Netto. Es ist eine hässliche, trashige, zotige Welt, und sie wird zehntausendfach geklickt. Weil Wadik mit den blauen Babyaugen und den Pausbacken aussieht wie ein junger Sigmar Gabriel. Weil Slawik in guten Momenten einen räudigen Belmondo-Charme hat. Weil die beiden schon verloren haben, ehe das Leben losgeht, und so tun, als würden sie es nicht merken. Der russische Schriftsteller Wenedikt Jerofejew hat aus solchen Figuren große Literatur gemacht. Heute laufen sie auf Youtube.