Gospel-Star "Oh Happy Day"-Sänger Edwin Hawkins gestorben

"Oh Happy Day": Edwin Hawkins im Jahr 2014 bei der 80-Jahr-Feier des Apollo Theaters in New York.

(Foto: dpa)

Der US-Sänger vermengte Gospel mit weltlicher Musik und nahm in den späten Sechzigerjahren mit seinem damaligen Chor erstmals den Gospel-Hit auf. Dabei war sein Erfolg eigentlich nur ein irrer Zufall.

Edwin Hawkins ist tot. Der US-Sänger sei im Alter von 74 Jahren am Montag in seinem Haus in der Nähe von San Francisco gestorben, teilte sein Pressesprecher Bill Carpenter auf der Facebook-Seite des Musikers mit. Der Sänger sei an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt gewesen.

"Obwohl er auf der ganzen Welt sehr vermisst werden wird, gibt uns seine Botschaft von Liebe, Leben und Zuspruch, die er in seine Musik eingebracht hat, die Hoffnung, dass wir ihn im Himmel wiedersehen und "Oh Happy Day" singen werden", wurde die Familie des Grammy-Gewinners zitiert. Hawkins, der am 19. August 1943 in Kalifornien geboren worden und schon als Kind und Jugendlicher in der Kirchen- und Gospelmusik aktiv gewesen war, hatte den Gospel-Song mit seiner Aufnahme aus dem Jahr 1969 weltberühmt gemacht. Einer dieser irren Zufälle, die die Musikbranche damals wohl noch mehr produzieren konnte als heute.

Denn eigentlich brauchte Hawkins nur Geld für eine Reise: Im Mai 1967 hatte er den Northern California State Choir gegründet. 46 Personen im Alter zwischen 17 und 25 Jahren gehörten dem Gospel-Chor an und sollten, so der Plan, zum "Annual Youth Congress of the Churches of God in Christ" nach Washington, D.C. reisen. Der Chor bat deshalb das Label Century Record Productions, eine Aufnahme von ihren Chorgesängen zu machen. Mit ersparten 1800 Dollar finanzierten sie die Aufnahme der Gospel-LP "Let Us Go Into the House of the Lord". Einer der Songs darauf: "Oh Happy Day".

Von der Kleinstauflage zum Millionen-Hit

Es sei eigentlich ein altes Kirchenlied gewesen, sagte Hawkins einmal über seinen Hit. "Meine Mutter hatte ein altes Gesangbuch, und ich hatte ein Talent dafür, diese Lieder neu zu arrangieren. Das Album erschien in einer Kleinstauflage. Eines der Exemplare kam im Februar 1969 aber in die Hände des Radio-DJ Abe "Voco" Keshishian, der bei KSAN FM in San Francisco arbeitete. Eigentlich ein Underground-Sender, aber mit Fans in der Musikindustrie. Denn Neil Bogert vom etwas einflussreicheren Label Buddah Records hörte die Platte, schloss einen Vertrag mit den Künstlern, benannte den Chor in Edwin Hawkins Singers um - und bekam mit "Oh Happy Day" einen Welt-Hit.

Die Platte war der Beginn einer lange Jahre dauernden Karriere. 1969 erreichte "Oh Happy Day" Spitzenplätze in den R&B-Charts sowie der Pop-Hitparade in den USA. Weltweit wurden mehr als sieben Millionen Singles verkauft. 1970 gewann Hawkins seinen ersten Grammy, drei weitere sowie 19 Nominierungen für den Musikpreis folgten.

Dabei Hawkins wurde . Er vermengte Gospel und weltliche Musik, und nahm in den späten 1960er Jahren mit seinem damaligen Gospel-Chor erstmals "Oh Happy Day" auf. ""Ich habe nie geplant, ins Musikgeschäft zu gehen", sagte Hawkins einem Nachruf in der "New York Times" zufolge. "Der Erfolg der Platte hat mein Schicksal entschieden."

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