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Gerüchte um "Homeland"-Star Damian Lewis:Mein Name ist Brody, James Brody

Damian Lewis in Berlin

Sieht so der nächste Bond aus? Der britische Schauspieler Damian Lewis bei der Berlinale 2015.

(Foto: Paul Katzenberger)

Ein rothaariger James Bond? Bei einem britischen Buchmacher liegt "Homeland"-Star Damian Lewis alias Nicholas Brody hoch im Kurs als Nachfolger von Daniel Craig - urplötzlich.

Das Gerücht: Mein Name ist Lewis, Damian Lewis

Damian Lewis wird der neue James Bond. Das sagen zumindest die Quoten von William Hill, einem der größten Buchmacher auf der Insel. Quasi über Nacht, so berichtet unter anderem das Branchenblatt Hollywood Reporter, sei der Ex-Homeland-Star vom Außenseiter (25/1) zum Favoriten avanciert: Aktuell steht Lewis bei 6/4 - und damit noch vor Luther-Darsteller Idris Elba (5/2) und "Mad Max" Tom Hardy (4/1). In Großbritannien sind Wettquoten Nettoquoten, sie stellen das Verhältnis von Nettogewinn zu Einsatz dar.

Ein Sprecher des Wettanbieters sprach von einem beispiellosen Spiel: "Aus keinem ersichtlichen Grund wurden Wetten bis hoch zu 200 Pfund darauf abgegeben, dass Damian Lewis zum nächsten Bond ernannt wird." Dies könne das Ende von Daniel Craig als weltberühmtem Spion einläuten. Warum plötzlich auf einen rothaarigen 007 gesetzt wird - dazu äußert sich das Unternehmen nicht.

Die auf Wirtschaftsnachrichten spezialisierte Seite Quartz erklärt die Psychologie hinter dem Gerücht: Aufgrund der hohen Einsätze gingen viele Beobachter davon aus, dass die Gewinnspieler etwas wüssten, das alle anderen (noch) nicht wissen. So heizt sich die Gerüchteküche weiter auf - und renommierte Medien feuern eifrig mit. Der britische Guardian hat sogar schon einen Spitznamen für den Agenten-Aspiranten: "Gingerfinger" (in Anspielung auf den 60er-Jahre-Bond-Film "Goldfinger" und die Haarfarbe von Lewis).

Wahrheitsgehalt: Ein Schotte? Und dazu rothaarig?

Keiner der Beteiligten hat sich bisher zu dem Gerücht geäußert. Aktuell laufen die Dreharbeiten für den 24. Bond-Film "Spectre", der Ende des Jahres in die Kinos kommen soll. Darin verkörpert zum vierten Mal Daniel Craig den bekanntesten Geheimagenten Ihrer Majestät. Branchenkenner gehen davon aus, dass der blonde Brite für mindestens einen weiteren Film verpflichtet wird. Sollte "Spectre" allerdings ähnlich erfolgreich werden wie "Skyfall", könnte sich Craig dazu entschließen, auf dem Höhepunkt seiner 007-Karriere aufzuhören - das spekuliert jedenfalls der Guardian.

Und Damian Lewis? Der gewann für seine Darstellung des Vielleicht-oder-doch-nicht-Schläfers Nicholas Brody in der US-Serie Homeland einen Emmy und einen Golden Globe (jeweils 2012). Seit seinem Ausstieg 2013 konzentriert er sich verstärkt aufs Kino, 2015 kommen zwei Filme mit Lewis ins Kinos ("Queen of the Desert" und "Our Kind of Traitor"). Das sind schon mal keine schlechten Voraussetzungen - doch die Sache hat gleich zwei Haken.

Die Besetzung des James Bond ist in Großbritannien fast so etwas wie eine Staatsaffäre. Als Daniel Craig als neuer 007 verkündet wurde, gab es einen Aufschrei jenseits des Kanals: Zu wenig sophisticated sei der neue Bond, zu weich - und dazu noch blond! Mittlerweile gilt Craig nicht nur auf der Insel als einer der besten Bonds überhaupt - was die Nachfolge umso heikler macht.

Damian Lewis ist zwar Engländer, geboren in London. Aber da sind diese Haare! Wobei der 44-Jährige Vater von zwei Kindern das in der Vergangenheit nicht als Problem sah: "Skyfall" habe den Weg für einen rothaarigen Bond geebnet, scherzte er 2013 - schließlich gehe es dort um die schottischen Wurzeln von 007. Das Finale des Films spielt auf dem fiktiven Anwesen "Skyfall" im schottischen Hochland, dem Geburtsort von Bond.

Damian Lewis; Royal Ascot

Very british: Damian Lewis, mit Hut und Frack, am vergangenen Wochenende beim Pferderennen in Ascot.

(Foto: Getty Images/Kirstin Sinclair)

Die Pointe

Obwohl man sich Damian Lewis wunderbar als neuen Bond vorstellen kann - vermutlich wird es ganz anders kommen. Idris Elba, der als erster schwarzer Bond gehandelt worden war, sagte jüngst in Bezug auf die zerstörerische Kraft von Gerüchten: "Wenn es jemals eine Chance gab, dass ich Bond werde, ist sie rum."

© SZ.de/jobr/aper/lala

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