Gehört, gelesen, zitiert:Vor den Latz knallen

Rechtsphilosoph Christoph Möllers über das aphoristische Schreiben.

Von SZ

Gerade hat der Berliner Rechtsphilosoph und Publizist Christoph Möllers für sein Buch "Freiheitsgrade" den mit 25 000 Euro dotierten Tractatus-Preis für philosophische Essayistik erhalten. In einem Interview für das Magazin "Köpfe und Ideen" des Berliner Wissenschaftskollegs antwortet er auf die Frage, wie nah sich seiner Ansicht nach eigentlich das aphoristisch-essayistische Schreiben und die mündliche Rede stehen mit den Worten:

"Auf der einen Seite stimmt es, auf der anderen Seite ist der Aphorismus ein conversation-stopper. Der anderen wird etwas vor den Latz geknallt und die Erwartung ist gerade nicht, dass sie es kommentiert - sie wäre ja nur eine Spielverderberin, wenn sie deutete oder kommentierte. Aphorismen sind etwas sehr Thetisches, mitunter Imperatives. Man stelle sich einen großen Meister vor: La Rochefoucauld sagt einen Satz, an dem er wahrscheinlich sehr lange gebastelt hat, und dann würde das Gegenüber anfangen, das als Beginn einer Konversation zu verstehen. Das wäre ein Missverständnis."

© SZ
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