Französische Kunst in KarlsruheNeues von der Anti-Farbe

Junge Künstler lieben es düster: In einer Ausstellung präsentiert die Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe zeitgenössische französische Kunst voller Schwärze und Zerstörung. Da passt es, dass eine fünf Tonnen schwere Installation bereits in Trümmern liegt.

Junge Künstler lieben es düster: In einer Ausstellung präsentiert die Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe zeitgenössische französische Kunst voller Dunkelheit und Zerstörung. Da passt es, dass eine fünf Tonnen schwere Installation bereits in Trümmern liegt.

Was bleibt, ist ein Trümmerhaufen. Unter der lichten Kuppel der Rotunde in der Karlsruher Orangerie liegen Betonblöcke, Holzkeile und abgesprungene Brösel herum, als handele es sich um eine von Randalierern verwüstete Baustelle. Statt ehrfürchtig in die Höhe zu blicken, um eine spektakuläre Installation aus fünf Strebebögen zu bestaunen, die ihre Tragfähigkeit ausschließlich aus der Haftung der 350 geschichteten Betonblöcke erhält, kann man an diesem Ort nun trefflich über Maßlosigkeit und die Akzeptanz des Scheiterns reflektieren.

Text: Sandra Danicke / Süddeutsche Zeitung vom 18.08.2011

Die Skulptur von Vincent Ganivet nach ihrem Einsturz.

18. August 2011, 13:012011-08-18 13:01:01 © SZ vom 18.08.2011/caja