Essay Im Urwald des Fraßes

Die Spitzenreiterin unter den Untugenden ist derzeit die Gier. In Filmen, Romanen und Sachbüchern wird ihr der Prozess gemacht. Dabei ist sie eine Energiequelle, der nicht nur Böses entspringt.

Von Thomas Strässle

Die Meinungen sind gemacht: Die Gier ist ein Grundübel unserer Zeit. Wo immer etwas aus dem Ruder läuft, wird sie umgehend zur Rechenschaft gezogen: als Profitgier in der Wirtschafts- und Bankenwelt, als Machtgier in der Politik, als Sensationsgier in den Medien, im privaten Bereich als Gier nach Geld, Konsum und Luxus, nach Aufmerksamkeit, Anerkennung und Erfolg.

Ob Leonardo DiCaprio im Privatjet nach Davos fliegt, um die versammelte kapitalistische Weltelite daran zu erinnern, dass wir es uns nicht länger leisten können, ...