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Egon-Schiele-Schau in Wien:Ich bin der ganz andere

EGON SCHIELE IM LEOPOLD MUSEUM

Das "Selbstbildnis mit Lampionfrüchten" malte Egon Schiele im Jahr 1912. Der "Neukünstler" wusste sich zu inszenieren.

(Foto: Leopold Museum, Wien, Inv. 454)

Dieses Jahr gehört Egon Schiele. Sein 100. Todestag ist Anlass einer Schau im Leopold-Museum in Wien, bei der auch bisher unveröffentlichte Skizzen und Zeichnungen des früh verstorbenen Genies gezeigt werden.

"Ich bin durch Klimt gegangen bis März. Heute glaube ich bin ich der ganz andere." Diese kühl resümierenden, das Vorbild präzise benennenden, dann aber selbstbewusst Neues ankündigenden Sätze schrieb der damals gerade zwanzig Jahre alte Maler Egon Schiele im November 1910 in einem Brief an einen Bekannten. Sieht man sich nach Lektüre dieser Sätze an, was der junge Mann, der sich als der "ganz andere" empfand, in den Wochen nach dem erwähnten Neuanfang an Aufregendem geschaffen hat, dann muss man zu hohen Worten greifen: Selten dürfte ein Künstler über sein eigenes Schaffen Treffenderes gesagt haben.

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