Doku Dankbares Echo

In "Brenna tuat's schon lang" porträtiert Marcus H. Rosenmüller den österreichischen "Alpenrocker" Hubert von Goisern.

Von Rainer Gansera

Hulijee-iiih-holedijoo. Hubert Achleitner alias Hubert von Goisern jodelt, und die Berge spenden ein dankbares Echo, und Goisern-Fans dürfen sich über das Medien-Echo freuen, nun auch im Kino, in Marcus H. Rosenmüllers Hommage an den österreichischen "Alpenrocker", die mit einer kunterbunten Fülle von Archivmaterial ein Fan-Album seiner 25-jährigen Karriere aufblättert.

Als Rahmenhandlung eine stimmungsvolle Kahnfahrt auf dem Hallstätter See. Goisern angelt und fischt nach philosophischen Merksätzen à la "s' Leben is a Reise durch Raum und Zeit!" Der Rückblick in die Karriereanfänge entwirft ein wildbewegtes Bild musikalischer Selbstsuche: von der traditionellen Blasmusik im heimatlichen Bad Goisern über Ausflüge in Schlager-Tralala-Gefilde (sehr lustig!) bis zu den provokanten Volksmusik-meets-Punk-Darbietungen in Wiener Clubs. Die Kapitel des großen Durchbruchs, der Alpinkatzen-Erfolge, der Weltreisen und der Weltmusik-Begegnungen aber werden oberflächlich durcheilt, von einer Erfolgsmeldung zur anderen. Schade, dass Goisern seine Philosophie der "Volksmusikerneuerung" nirgendwo vertieft. Warum hat Marcus H. Rosenmüller, selbst ein Fachmann der Neuformulierung von Traditionellem, ihn dazu nicht herausgefordert? Schade auch, dass keiner der musikalischen Mitstreiter zu Wort kommt. Nur Management-Stimmen sind zu hören, und so geht es am Ende nur mehr um glattgebügelte Imagepflege.

Hubert von Goisern - Brenna tuat's schon lang - D/ÖS 2015 - Regie: Marcus H. Rosenmüller. Kamera: Johannes Kaltenhauser. Movienet, 95 Minuten.