Comicverfilmung "Iron Man" Splitter kreisen am Herzen

Howard Hughes war das Vorbild, als der einsame Konstrukteur Tony Stark in den Sechzigern kreiert wurde vom Marvel-Chef Stan Lee und seinen Helferlein. Für den Film hat Regisseur Jon Favreau ihn kräftig aufmöbeln lassen, hat die Erfahrungen der Nachkriegsgeneration zusammengebracht mit den psychedelischen Effekten der Hippiezeit, und Robert Downey, das zugedröhnte Kind der Achtziger und Neunziger, ist die perfekte Inkarnation dieser Figur zwischen Pflicht und Fun, Exzess und Besonnenheit, ein Don Quijote der Technozeit.

Gegenstück zu Bush

Wie aus hundert kleinen Impulsen eine Bewegung entsteht, das führt er in jeder seiner Szenen vor. Beim Anschlag in Afghanistan sind Splitter in seinen Körper eingedrungen, die nicht operativ beseitigt werden können, ein elektromagnetisches Versatzstück, das er sich an die Brust setzt, muss sie vom Herzen fernhalten.

Tony Stark ist das Gegenstück zum Überzeugungstäter Bush, der so starr an seiner Mission festhält, dass er zum starren, unansehnlichen Simpel wird. Ein bisschen lächerlich, wie der vor fünf Jahren auf dem Flugzeugträger einflog: Mission accomplished!? Dagegen Tonys lakonische Erfolgsmeldung an sich selber nach dem ersten Flugversuch: Yeah, I can fly ...

Manchmal muss man laufen, bevor man gehen lernt - das ist eine schöne Variante des amerikanischen Do-it-yourself-Enthusiasmus. Für die Psychotechnik hat Tony seine Assistentin Pepper Potts, Gwyneth Paltrow spielt diese His-Girl-Friday-Rolle mit sichtlichem Vergnügen. Sie bringt die Kaffeepötte und macht ihn aufmerksam, dass der Jet bereit ist und er auf der anderen Seite der Welt erwartet wird.

Und dass er sich jetzt entscheiden müsse, ob er den Jackson Pollock nun kaufen mag, "Springs". Das spielt nicht auf Frühlingsgefühle an, so heißt der Ort, wo Pollock, ein Seelenverwandter, wohnte, wo er 1956 seinen tödlichen Unfall baute, wegen überhöhter Geschwindigkeit.

IRON MAN, 2008 - Regie: Jon Favreau. Buch: Mark Fergus, Hawk Ostby, Art Marcum, Matt Holloway. Kamera: Matthew Libatique. Schnitt: Dan Lebental. Musik: Ramin Djawadi. Mit: Robert Downey Jr., Terrence Howard, Gwyneth Paltrow, Jeff Bridges, Samuel L. Jackson. Concorde, 118 Minuten.