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Brüsseler Brafa:Köpfchen vom Löwen

Die Galerie Klaas Muller, Brüssel, reiste mit einer Neu-Zuschreibung an: Pieter Paul Rubens soll die Figuren dieses Diana-Motivs gemalt haben.

(Foto: Galerie Klaas Muller/Speltdoorn Studio)

Die Brüsseler Brafa ist die Messe der Nischen - dafür wird sie von Sammlern geschätzt. Ihr Angebot reicht von der Antike bis zu japanischem Möbeldesign und afrikanischen Masken.

Lange galt sie als Geheimtip. Da war die Brüsseler Kunst- und Antiquitätenmesse gerade erst vom zentral gelegenen Palais des Beaux Arts in die schönen Industriehallen des ehemaligen Tour&Taxis-Geländes gezogen und hatte sich mehr Internationalität verordnet. Erstaunlich wenige Jahre genügten, um sie mit enormem Elan zu dem werden zu lassen, was sie heute ist: eine der attraktivsten Messen jenseits der alles überragenden Tefaf in Maastricht. Mit ihrem gekonnt gepflegten Eklektizismus ist die Brafa facettenreich wie wenige und erobert von Jahr zu Jahr ein größeres Publikum (zuletzt mehr als 60 000 Besucher). Vielleicht ist die diesjährige von gut 130 Ausstellern getragene Ausgabe sogar die bisher stimmigste überhaupt. Das Qualitätsniveau ist hoch, ohne elitär zu sein, das Angebotsspektrum so groß, dass eigentlich noch jeder Sammler auf irgendeine Weise fündig werden kann. Schien es im vergangenen Jahr noch so, als würden moderne und zeitgenössische Kunst bald in Gänze das Ruder übernehmen, zeigt sich das Terrain diesmal angenehm durchmischt, Alte Kunst behauptet sich erstaunlich gut, auch wenn Altmeistergemälde noch nie eine Domäne der Brafa waren. Dem Brüsseler Händler Klaas Muller ist mit dem Erwerb einer temperamentvollen Jagdszene mit Diana und Nymphen ein veritabler kleiner Coup gelungen: denn einer Expertise nach war es der große Flame Peter Paul Rubens selbst, der das Personal des Gemäldes schuf, dessen Tiere Paul de Vos in einer Landschaft von Jan Wildens lospreschen lässt. Knapp zwei Meter breit, dürfte sie sehr wahrscheinlich auf einen Auftrag des damaligen päpstlichen Nuntius in den Niederlanden zurückgehen. Ein Mehrmillionenstück also, das allerdings aus Versicherungsgründen einstweilen ohne Preis gezeigt wurde.

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