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Brit Awards:Und mal wieder: Billie Eilish

Billie Eilish bei den Brit Awards 2020

Beste Internationale Solokünstlerin: Billie Eilish bei den Brit Awards.

(Foto: AFP)

Tosender Applaus für ihren James-Bond-Song - und Tränen. Die US-Sängerin hat bei den Brit Awards einen emotionalen Auftritt. Gewinner des Abend ist aber ein anderer.

Eine Künstlerin stand bei den 40. Brit Awards am Dienstagabend in London im Vordergrund: die US-Sängerin Billie Eilish. Die fünffache Grammy-Gewinnerin ("Bad Guy") wurde als Beste Internationale Solokünstlerin ausgezeichnet und erntete tosenden Applaus für ihren James-Bond-Titelsong "No Time To Die".

Bei ihrem Song wurde Eilish von ihrem Bruder Finneas, dem deutschen Filmkomponisten Hans Zimmer, dem früheren The-Smiths-Gitarristen Johnny Marr und einem Orchester begleitet. Als sie den Preis entgegennahm, sagte die 18-Jährige: "Ich habe mich in letzter Zeit sehr gehasst gefühlt". In einem BBC-Interview hatte sie zuvor über Cyber-Mobbing gesprochen. Mit zittriger Stimme und Tränen in den Augen fügte sie bei den Brit Awards hinzu: "Aber als ich auf der Bühne stand und gesehen habe, wie ihr mich angelächelt habt, da wollte ich weinen. Und jetzt möchte ich auch weinen."

Gewinner des Abends war der vierfach nominierte schottische Sänger und Songwriter Lewis Capaldi, der zwei Preise erhielt - als Bester Nachwuchskünstler und für die Single des Jahres ("Someone You Loved"). Die zweite Dankesrede des 23-Jährigen geriet etwas bizarr: Capaldi stellte klar, dass der Song nicht seiner Exfreundin, sondern seiner verstorbenen Oma gewidmet sei. Dann sagte er: "Danke an meine Großmutter dafür, dass sie gestorben ist."

Sängerin Mabel ("Don't Call Me Up"), die auch für den Nachwuchspreis nominiert gewesen war, durfte sich über die Auszeichnung als Beste Britische Solokünstlerin freuen. Die 23-Jährige dankte ihrer Mutter Neneh Cherry, die 30 Jahre zuvor zwei "Brits" gewonnen hatte und ihre Tochter zu der Preisverleihung begleitete.

Rapper Stormzy ("Own It") wurde als Bester Britischer Solokünstler ausgezeichnet. Den Erfolg von 2018 konnte er aber nicht wiederholen, denn der Preis für das Beste Britische Album ging dieses Mal an einen anderen Londoner Rapper - an Dave für dessen Debüt "Psychodrama". Der 21-Jährige sorgte bei der Verleihung mit seinem politischen Song "Black" für Aufsehen. "Die Wahrheit ist, unser Premierminister ist ein echter Rassist", rappte er. Außerdem erinnerte Dave - wie Stormzy vor zwei Jahren - an die Opfer der Grenfell-Katastrophe, eines tödlichen Hochhausbrandes im Londoner Stadtteil Kensington.

"Danke, Theresa May!"

Der US-Rapper Tyler The Creator, der den Brit Award als Bester Internationaler Solokünstler erhielt, machte sich über die ehemalige britische Premierministerin Theresa May lustig. May hatte in ihrer Amtszeit als Innenministerin ein fünfjähriges Einreiseverbot für den Musiker ausgesprochen, das im vergangenen Jahr endete. "Ich weiß, dass sie jetzt stinksauer zuhause sitzt", sagte er. "Danke, Theresa May!"

Der Preis für die Beste Band ging an Foals ("My Number"), die sich unter anderem gegen Coldplay und Bastille durchsetzten. Sänger Yannis Philippakis sagte in seiner Dankesrede: "Ich hoffe, dass wir nächstes Jahr mehr Frauen in dieser Kategorie sehen." Im Vorfeld war kritisiert worden, dass weder in der Band-Kategorie noch beim Album des Jahres weibliche Künstlerinnen nominiert waren.

Die Brit Awards werden seit 1977 verliehen. Zum Jubiläum reduzierten die Organisatoren die Kategorien, um die Show dynamischer zu machen und mehr Platz für Live-Musik zu schaffen. Mit Erfolg. Auf der Bühne standen neben diversen Preisträgern der frühere One-Direction-Sänger Harry Styles, die US-Sängerin und Rapperin Lizzo und Rod Stewart. Letzterer trat gemeinsam mit Ronnie Wood und Kenney Jones auf, seinen ehemaligen Kollegen aus der Rockband The Faces ("Stay With Me").

© SZ.de/dpa/cag
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