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Bilderbuch:Humpty Dumpty im Garten

Binette Schroeder

Illustration aus Binette Schroeder: Lupinchen Neu erschienen in dem Sammelband: Bilderbuchbrunnen/NordSüd Verlag

Binette Schroeders Bilderbücher leuchten.

Mit der magischen kleinen Gartenpuppe Lupinchen begann 1969 der Erfolg der Bilderbuchkünstlerin Binette Schroeder. Wie bei vielen Illustratoren war es die Begegnung mit einem Verleger auf der Internationalen Bilderbuchmesse in Bologna, die zu diesem Debüt führte. Dimitri Sidjanski vom NordSüd-Verlag war so fasziniert, dass er sie aufforderte, gleich für den nächsten Morgen einen Text zu schreiben. Die Künstlerin war erst mal ratlos, denn diese zwei Bilder von Lupinchen waren ganz spontan aus einer bedrückenden Stimmung heraus, aus Trauer und Verzweiflung über das Ende einer großen Liebe, entstanden. Doch in einer langen Arbeitsnacht entwickelt sie eine kleine abenteuerliche Geschichte für Lupinchen, lässt sie zusammen mit Humpty Dumpty - bekannt aus "Alice" von Lewis Carroll - und dem ängstlichen Papiermann Herrn Klappaufundzu vom Sturm durch die Welt wehen, bis ihr Freund Robert, der Vogel, sie alle aus dem Meer rettet. Und nun sieht man sie glücklich erschöpft im Garten Tee trinken. Schon in diesem Bilderbuch ist die künstlerische Begabung zu erkennen, die Binette Schroeders großes Œuvre auszeichnet. Ihre spannende Bilddramaturgie, die an Theaterinszenierungen erinnert, die luzide Farbschichtigkeit der leuchtenden Bilder, der Einsatz von Licht und Schatten durch die Gouache-Technik. Sowie ihre unglaublich exakte Arbeitsweise, die sie in ihrer Ausbildung an der Schule für Design in Basel erwarb, welche die Entwicklung ihrer Bilderbücher, durch ihren Perfektionismus manchmal quälend verlangsamt. So erzählt sie, dass sie drei Jahre an ihrem wohl spektakulärsten Bilderbuch "Der Froschkönig" gearbeitet hat. Es gelang ihr zwar mit Simultanbildern die Dramatik der Geschichte, besonders die Verwandlung des Froschs, zu zeigen, aber sie fand kein Gesicht für die Prinzessin. Immer weniger gefiel ihr dieses Mädchen, bis sie nach einem Jahr ein anderes Verständnis für deren Rolle fand. Den Wurf an die Wand als Selbstbehauptung begriff, um sich gegen die Erpressung durch den Frosch zu wehren.

"Ich möchte den Kindern Traumwelten geben und so die Möglichkeit, aus der Realität herauszufinden, um kreativ zu sein." Am 5. Dezember feierte Binette Schroeder ihren 80. Geburtstag.