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Bilder-Sachbuch:Logbuch aus dem Leuchtturm

Illustration aus Sophie Blackall: Hallo Leuchtturm.

Die Geschichte des letzten Leuchtturmwärters wird in opulenten, leuchtenden Bildern erzählt. Am Schluss informiert ein Sachtext über Technik und Historie.

Ein junger Mann beginnt seinen neuen Dienst auf dem Leuchtturm einer kleinen, verlassenen Insel. Sorgfältig pflegt er die Lampe, deren Leuchtfeuer die Schiffe vor gefährlichen Riffs oder der Küstennähe warnt. Besorgt seinen kleinen Haushalt und dokumentiert den Tagesablauf in seinem Logbuch. Von ihm, dem letzten Leuchtturmwärter hoch im Norden von Neufundland, erzählt das Bildersachbuch der australischen Illustratorin Sophie Blackall, die jetzt in New York lebt. Es sind Bilder einer Zeit, als noch Menschen und nicht die Technik für das Licht auf den Leuchttürmen verantwortlich waren.

Der junge Leuchtturmwärter führt ein einsames Leben, andere Menschen sieht er nur, wenn das Versorgungsschiff anlegt. Aber eines Tages bringt es seine Frau mit, und als die kleine Tochter geboren wird, beginnt der Familienalltag. Draußen zieht oft eine raue und gefährliche See auf.

Eine Szene zeigt die Rettung von Schiffbrüchigen, die der Leuchtturmwärter aus der wilden See birgt, als ihr Boot in einer Nebelwand in Seenot gerät. Und manchmal ziehen Eisberge und Wale vorbei.

Sophie Blackall, die für ihre Kunst schon zwei Mal mit der amerikanischen Caldecott Medal ausgezeichnet wurde, zeigt ihre Faszination für das Meer und für Leuchttürme in großen, farbigen Illustrationen, die an chinesische Meer- und Wellenszenen erinnern. Die leuchtenden, dynamischen Bilder, für die sie eine Mischtechnik aus chinesischer Tinte und Wasserfarben auf heißgepresstem Papier anwendet, wechseln sich ab mit den Zeichnungen der Menschen und ihrem Leben in dem Leuchtturm. Die Sachinformation über Technik und Geschichte erzählt Blackall, die selbst eine Zeit lang in einem Leuchtturm gelebt hat, auf den letzten Seiten

Sophie Blackall: Hallo Leuchtturm. Aus dem Englischen von Anna Schaub. NordSüd Verlag, Zürich 2020. 40 Seiten, 16 Euro.

© SZ vom 05.06.2020

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