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Bildende Kunst:Karl Otto Götz im Alter von 103 Jahren gestorben

Maler Karl Otto Götz gestorben

Der Maler Karl Otto Götz sitzt 2014 in seinem Wohn- und Arbeitsort Niederbreitbach-Wolfenacker (Rheinland-Pfalz) vor einem seiner Bilder.

(Foto: Oliver Berg/dpa/VG-Bildkunst, Bonn 2017)

Unter den Nazis hatte er Malverbot, später wurde er zu einem der wichtigsten Vertreter abstrakter Malerei - und machte Kunst aus Deutschland wieder international relevant.

Der Maler Karl Otto Götz ist tot. Der Pionier der abstrakten Kunst der Nachkriegszeit sei am Samstag im Alter von 103 Jahren gestorben, sagte der Geschäftsführer der K.O. Götz und Rissa-Stiftung, Joachim Lissmann, am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Zuvor hatten mehrere Medien darüber berichtet. Der als K.O. Götz bekannte Maler starb demnach in seinem Haus im rheinland-pfälzischen Niederbreitbach-Wolfenacker im Westerwald.

Geboren wurde K.O. Götz am 22. Februar 1914 in Aachen, noch vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Unter den Nazis hatte er wegen seiner Vorliebe für Abstraktes Malverbot. Nach dem Zweiten Weltkrieg machte K.O. Götz die deutsche Kunst mit seiner abstrakten Malerei wieder international hoffähig. Er war als einziger Deutscher Mitglied der internationalen Künstlergruppe CoBrA. 20 Jahre lang, bis 1979, lehrte Götz als Professor an der Kunstakademie Düsseldorf. Seine Schüler Gerhard Richter und Sigmar Polke wurden weltberühmt.

Götz war einer der wichtigen deutschen Informel-Maler, zu denen auch Gerhard Hoehme, Bernard Schultze oder Fred Thieler zählten. Er wurde mit großformatigen gestischen Schwarz-Weiß-Kompositionen berühmt, die in vielen Museen und politischen Machtzentren hängen. Noch mit über 100 hatte der fast erblindete Götz mit Hilfe seiner Frau Rissa gemalt. Grundprinzipien der Technik von K.O. Götz waren das sekundenschnelle Malen. Er trug mit breiten Pinseln Farbe auf die verkleisterte Leinwand auf und zog dann blitzschnell einen Gummirakel über die Fläche. Die stilistischen Anfänge des Biennale- und Documenta-Teilnehmers lagen nah bei den Surrealisten und Miró.

© SZ.de/dpa/khil
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