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"Bernd das Brot":Bernd ist wieder da

Eineinhalb Wochen nach seiner Entführung hat die Polizei das mürrische Kastenbrot befreit - Bürger entdeckten die Figur unversehrt in einem Kellergewölbe.

"Bernd das Brot", der Star des Kinderkanals (KiKa), ist nach seiner Entführung wieder frei. Am Sonntag rettete die Polizei das meist mürrisch wirkende Kastenbrot aus einem Kellergewölbe in Thüringen.

Bernd das Brot ist anscheinend wieder frei.

(Foto: Foto: dpa)

Nach dem ersten Eindruck sei "Bernd" unversehrt, sagte ein Sprecher der Polizei in Weimar. Die Figur sei durch Zufall in dem 18 Kilometer von Erfurt entfernten Ort Nohra entdeckt worden. Die Spurensicherung sei vor Ort.

Die knapp zwei Meter große Figur, die vor dem Rathaus in Erfurt stand, war am 21. Januar spurlos verschwunden. Wie "Bernd" in das Gewölbe gekommen ist, sei noch völlig unklar. Bürger hätten die Figur zufällig entdeckt.

Das depressive Kastenbrot mit den viel zu kurzen Armen hatte seit Herbst 2007 in der Altstadt für den KiKa geworben, der in Erfurt seinen Sitz hat.

Auf der Internet-Videoplattform YouTube war ein "Bekennervideo" zu sehen, in dem behauptet wurde, die Figur sei von Jugendlichen entwendet worden, die seit 2001 das Gelände der früheren Firma Topf & Söhne in Erfurt besetzt hielten. Die Hausbesetzer erklärten jedoch im MDR, sie hätten nichts mit der "Entführung" zu tun.

Der Erfinder der mit einem Grimme-Preis ausgezeichneten TV-Kultfigur, Thomas Krappweis, appellierte an die Entführer, das Kastenbrot freizulassen. Der arme Kerl habe genug zu leiden, sagte Krappweis der Süddeutschen Zeitung. "Bernd" sei zuvor bereits beschmiert und umgeworfen worden.

"Entführungen, und seien es auch nur Entführungen von Brot, halte ich für das falsche Mittel, um politische Ziele durchzusetzen", sagte Krappweis. Es sei auch keine inszenierte PR-Aktion, davon hätte er gewusst. Offenbar habe ein Bernd-Fan das vermeintliche Bekenner-Video produziert, denn er habe Töne aus Folgen verwendet, die vor langer Zeit gesendet worden seien.

Auch KiKa-Chef Steffen Kottkamp stellt klar: "Bernd findet Entführungen 'Mist', ganz besonders seine eigene. Alles was er will, ist wieder an seinen Platz zurück."

Fans starteten sogar eine Unterschriftenaktion im Internet, in der sie die sofortige Rückgabe von "Bernd" und dessen Wiederaufstellung in Erfurt verlangen sowie die Stadt aufforderten, in Zukunft alle Anstrengungen, Beschmutzungen, Beschädigungen und Entführungen von Bernd zu verhindern.

"Homo Brotus Depressivus"

"Bernd das Brot" ist seit dem Jahr 2000 im KiKa zu sehen. Richtig bekannt wurde er jedoch erst 2003, als der KiKa in der offiziell sendefreien Zeit von 21 bis 6 Uhr eine Schleife mit ausgesuchten Bernd-Filmen zeigte. Der kurzarmige Bernd - seine Hände befinden sich direkt an seinem Körper - gehört nach eigenen Aussagen der Gattung des "Homo Brotus Depressivus" ("depressiver Brot-Mensch") an.

Im Jahr 2004 wurde "Bernd das Brot" mit dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet, weil er nach Ansicht der Jury "das Recht auf schlechte Laune" vertritt. Er widersetze sich "stellvertretend für uns dem Gute-Laune-Terror, der unaufhörlich aus dem Fernseher dröhnt und quillt", hieß es in der Begründung.

© dpa/AFP/AP/cag/bica
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