Berliner Premieren: Schlimmer geht immer

Berliner Premieren: Hat hier irgendjemand den Sinn gesehen? Szene aus "Sterben Lieben Kämpfen" nach Karl Ove Knausgård im Berliner Ensemble.

Hat hier irgendjemand den Sinn gesehen? Szene aus "Sterben Lieben Kämpfen" nach Karl Ove Knausgård im Berliner Ensemble.

(Foto: Matthias Horn/Berliner Ensemble)

Laber-Flash am Berliner Ensemble, politischer Durchfall am Maxim-Gorki-Theater und ein mörderischer Filmriss an der Schaubühne: die jüngsten drei Theaterpremieren in Berlin.

Von Peter Laudenbach

In den Nächten eines langen Berliner Wochenendes kann man jeder Menge Nervensägen und Spinnern der Extraklasse begegnen, Hitler-Rezitatoren zum Beispiel, Verwirrten, die sich für sprechende Kaninchen oder gleich für die Zeit in Person halten, Trinkern mit mörderischen Erinnerungslücken oder einem redseligen Egomanen mit ausgeprägtem Bekenntnisdrang. Die verlorenen Seelen widmen sich ihren hohen Ausschlägen auf der nach oben offenen Irrsinnsskala nicht im gnädigen Halbdämmer eines Nachtclubs, sondern bei drei Theaterpremieren. Nach dem etwas zu ausführlichen Blick in die diversen Abgründe fühlt man sich als unschuldiger Theaterbesucher dann so etwa wie Herr Lenglumé, der sich an der Schaubühne nach durchzechter Nacht erst mal gemütlich übergibt - und dieser trinkfreudige Biedermann ist bei Weitem eine der erfreulicheren Berliner Nachtgestalten dieses Theater-Wochenendes.

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