Balzan-Preis:Signale der Nerven

Reinhard Jahn

Reinhard Jahn, 66, ist Neurobiologe am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen.

(Foto: MPI)

Er gilt als einer der höchst dotierten Wissenschaftspreise der Welt. In diesem Jahr geht der italienische Preis an den Neurobiologen Reinhard Jahn aus Göttingen. In einer Kategorie wurde er allerdings nicht vergeben.

Von Henning Klüver

Der deutsche Neurobiologe Reinhard Jahn vom Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen wird mit dem Balzan-Preis im Fach "Molekulare und zellulare Neurowissenschaften" ausgezeichnet. Wie am Montag in Mailand bekannt gegeben wurde, wird Jahn, 66, für seine wegweisenden Untersuchungen bei den Signalübertragungen im Nervensystem prämiert. Weitere Preisträger sind der Anglist Piero Boitani von der Universität Rom "La Sapienza" im Fach "Vergleichende Literaturwissenschaften", sowie der italo-amerikanische Physiker Federico Capasso von der Universität Harvard (Cambridge/Massachusetts) für "Angewandte Photonik". Zum ersten Mal in der Geschichte der 1957 gegründeten internationalen Balzan-Stiftung wurde ein Preis nicht vergeben. Die Auszeichnung für "Internationale Beziehungen" musste wegen mangelnder Kandidatenauswahl auf das kommende Jahr verschoben werden. Der Preis Premio Balzan ist mit je 750 000 Schweizer Franken nach dem Nobelpreis einer der höchstdotierten Wissenschaftspreise. Die Hälfte der Preissumme soll zur Finanzierung von Forschungsprojekten mit jungen Wissenschaftlern verwendet werden. Der Preis wird in jährlich wechselnden Fachgebieten verliehen, wobei zwei aus den Geistes- und zwei aus den Naturwissenschaften kommen. Die Preisträger nehmen die Auszeichnung am 17. November in Rom aus der Hand des italienischen Staatspräsidenten Sergio Mattarella entgegen.

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