Ausstellung: Alberto GiacomettiDer Hungerkünstler

Ganz leicht - und beinhart: Eine Schau in Wolfsburg beweist, dass Alberto Giacometti mehr ist als die Summe seiner Rekordpreise und eine banale, längst eher komische Chiffre der Reduktion.

Ganz leicht, und beinhart: Eine Schau in Wolfsburg beweist, dass Alberto Giacometti mehr ist als die Summe seiner Rekordpreise und eine banale Chiffre der Reduktion.

Sich selbst erst einmal eine Form geben. Damit fängt alles an. Nicht jeden verfügbaren Raum sofort besetzen, zuschwallen, zumüllen. Alberto Giacometti weist den Weg und geht ihn dann auch: der Hungerkünstler der Reduktion. Der Fakir der Sinnverdichtung. Ganz leicht. Und beinhart. Klar ist: Seine Figuren verlangen etwas von ihrem Betrachter. Einige, deren Metier das Schreiben ist, reagieren darauf mit ausschweifenden, raumgreifenden, raunenden Texten. Angefangen bei Jean-Paul Sartre und Jean Genet. Eigentlich ein merkwürdiger Impuls.

Text: Tobias Kniebe/SZ vom 26.11.2010/sueddeutsche.de/kar/ Alle Bilder aus: Alberto Giacometti. Der Ursprung des Raumes" im Kunstmuseum Wolfsburg bis 6. März 2011. Der Katalog (Hatje Cantz Verlag, 256 Seiten) kostet im Museum 38 Euro. www.kunstmuseum-wolfsburg.de

Bild: RMN/ADAGP / Succession Giacometti / VG Bild-Kunst, Bonn 2010 26. November 2010, 09:462010-11-26 09:46:50 © SZ vom 25.11.2010/lena/kar