Bufiman - "Albumsi" (Dekmantel)

Gäbe es eine von einem deutschen Spät-Hippie gedrehte Dokumentation über die vermeintliche Wildnis ferner Kontinente circa 1992, ihr Soundtrack würde in etwa so klingen, wie die Musik auf dem "Albumsi" (Dekmantel) von Bufiman. Hinter dem Pseudonym versteckt sich der Düsseldorfer Jan Schulte, der mit seiner Musik schon lange auf entspannt unernste Art an die krautigen Weltmusikexperimente des 20. Jahrhunderts anknüpft, bei denen sich deutsche Studiokeller-Produzenten in Länder und Kulturen träumten, die sie größtenteils weder verstanden noch besucht hatten. "Welcome to the Galaxy" heißt es gleich im Opener, Galaxy wie "Galaxie" ausgesprochen. Laut dem weiteren Text besteht diese Galaxie aus "snare drum samples full of emotions". Heißt konkret: Schultes Sounds baut sich deutlich um die im heutigen Ohr gerade noch käsigen, aber durchaus revival-tauglichen japanischen Digital-Synthesizer der frühen Neunziger, inklusive künstlicher Panflöten und Orgel-Pads mit tonnenweise Chorus-Effekt. Und gerade wenn das Ganze vor lauter feiner Ironie soundtechnisch von der packenden Doku Richtung Messerset-Werbung abzudriften droht, kommen auch noch ein paar echte Club-Bretter um die Ecke - wie etwa das 13-minütige "Pantasy", dessen blubbernde Basspur im Festivalsommer 2019 bereits einige Bühnen zum Wackeln gebracht hat. Von Quentin Lichtblau

Bild: Dekmantel 24. Januar 2020, 05:142020-01-24 05:14:09 © sz.de/biaz