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Antikenfund in Athen:Hermes ohne Phallus

Der in Athen gefundene Hermes-Kopf.

(Foto: AFP)

Bauarbeiter haben im Zentrum von Athen einen wertvollen antiken Marmorkopf ausgegraben, der den Gott Hermes darstellt. Der Fund stammt vermutlich aus dem dritten oder vierten vorchristlichen Jahrhundert, teilte das griechische Kulturministerium mit. Die Entdecker arbeiteten an der Ausbesserung der Kanalisation der Altstadt und fanden den Kopf in etwa 1,3 Meter Tiefe. In Athen werden immer wieder ähnliche Funde gemacht. Hier handelt es sich um den oberen Teil einer sogenannten "Herme". Weil es im antiken Athen keine Straßennamen gab, wurden kleine Säulen, die Hermen, an Kreuzungen aufgestellt, damit sich Passanten orientieren konnten. Sie sollten aber auch Glück bringen und Unheil abwenden. Die Hermen waren mit einem Kopf oder Torso des Gottes versehen, weiter unten an der Säule war ein erigierter Phallus angebracht, der in diesem Fall nicht gefunden wurde. Im Jahr 415 v. Chr. wurden die Hermes-Säulen in Athen massenhaft geschändet, was damals einen politischen Skandal auslöste.

© SZ vom 16.11.2020 / dpa, SZ
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