Alben der WocheRöcheln im Rap-Rhythmus

Slipknots Düsternis wirkt nicht mehr ganz taufrisch, Trippie Redd kommt mit seinen dunklen Gefühlen aber recht smooth daher - und half•alive pendeln zwischen Falsett und Dreckrock.

Von den SZ-Popkritikern

half•alive - "Now, Not Yet" (Sony Music)

Die kalifornische Band half•alive (mit dekorativem Punkt, damit man den wenig kreativen Bandnamen besser googeln kann) täuscht auf ihrem Debüt nun ebenfalls mit Zerrgitarren und Feedback guten alten Dreckrock an, vermutlich als Prank aufmerksamkeitsdefizitärer Streaming-Skipper. Was dann folgt, ist aber lieblicher Tanzpop für modisch gekleidete Menschen. Manchmal flattert die französische Band Phoenix durchs Klangbild, dann wird eine Prise Soul eingestreut. Funky Disco mit Falsett. In den zahlreichen Videos (gefühlt zu fast jedem Song auf dem Album) tanzen Menschen in bunten Farben. Genau wie auf dem Albumcover. Den dort Tanzenden fehlt allerdings der Kopf, womit die Musik hinreichend beschrieben ist. Von Juliane Liebert

Bild: label 9. August 2019, 04:572019-08-09 04:57:47 © SZ.de/jdi/qli