Alben der WocheIn der One-Night-Stand-Ecke

Metronomy feiern eine Dandyparty mit gewohnt weißer Weste. Belle and Sebastian gibt es immer noch und Trettmann gibt sich grenzwertig poppig.

Von den SZ-Popkritikerinnen

(Sandy) Alex G - "House of Sugar" (Domino)

Unvermittelt mit von monotoner Akustikgitarre grundierten Klagegesängen, wie von einem verstimmten Cyborg - so beginnt das neue Album von Alexander Giannascoli, "House of Sugar" (Domino). Es ist bereits die achte Platte des 26-jährigen Songwriters aus Philadelphia, der unter dem Namen (Sandy) Alex G auftritt. Grunge-Stimmung, Indie-Folk-Einflüsse, Lofi-Homerecording-Sound, dabei aber eine ausgefeilte Konstruktion und Abmischung der Songs - hier ist merkwürdig gleichbedeutend mit bemerkenswert. Ins Extraterrestrische manipulierte und kunstvoll geschichtete Gesangs-Loops treffen auf schmutzige, catchy Gitarrenriffs, dann quaken wieder Synths wie aus einem Vaporwave-Track über einen verstolperten Breakbeat. Und Alex kann lyrischen Minimalismus: Er wiederholt etwa immer wieder die verunsichernden Worte "Someday I'm gonna walk away from you / Not today". Wenn das mal keine Drohung ist. Von Von Juliane Liebert

Bild: Domino Records 13. September 2019, 05:022019-09-13 05:02:52 © SZ.de/tmh