Alben der WocheIm Stau stehen und sein Leben abfeiern

Gang of Four bleiben zackig, JJ Cale zupft sich in den Sonnenuntergang und P!nk liefert Hymnen für den Feierabendverkehr.

Von den SZ-Popkritikern

Gang of Four - "Happy Now" (Gill Music Ltd.)

Man fürchtet sich instinktiv immer sofort ein wenig, wenn alte Postpunk-Helden noch einmal ein Album veröffentlichen. Die zornige Zackigkeit und lässige Kühle ihrer früheren Songs ist einfach zu gut gealtert und bis heute stilprägend, warum also mit neuem Material an altes nicht mehr herankommen? Von der 1977 in Leeds gegründeten Postpunk-Band Gang of Four gibt es zum Beispiel den Überhit "Damaged Goods", drahtig, funky, rotzig, ewig gut. Ein Platz in der ersten Reihe der Indie-Pop-Geschichte ist der Band, in der mit Andy Gill inzwischen nur noch ein Gründungsmitglied mitspielt, damit sicher. Das neue, dreizehntes Album, "Happy Now", fügt dem Erbe erwartungsgemäß nichts hinzu, was einem fehlen würde, wenn man nur die frühen Platten kennt. Im Ganzen ist jetzt alles zu breit, bassig und elektronisch. Aber dann doch auch immer wieder unpeinlich und zackig genug, dass man insbesondere das Debüt "Entertainment!" (natürlich nur echt mit dem Ausrufezeichen!) sofort wieder einmal hören möchte. Von Jens-Christian Rabe

Bild: Gill Music Ltd. 26. April 2019, 05:172019-04-26 05:17:20 © SZ.de/qli/cag