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Weitere Briefe:Zu Bundeswehr, Steuern und  Schweinehaltung

Ohne Unternehmens­berater im Haus hätte die Bundeswehr mehr Geld, sich auszurüsten, so ein Schreiber. Ein anderer fordert vom Bauernverband eine transparente Darstellung der Haltung von Säuen.

Verzicht auf Berater

Zu "Feindliche Übernahme" vom 14. Februar: Das Thema der sogenannten "Berater" im Verteidigungsministerium ist ein gefundenes Fressen für die Politsatire der nächsten Wochen, denn die Mitarbeiter im Ministerium sollten kompetent sein, und zwar ohne externe Berater. Mein ziemlich ernster Gegenvorschlag wäre, dass man Spezialisten anstellt und auf Berater ganz verzichtet. Das würde viel Geld sparen. Weiter könnte man sich mit den Nato-Partnern austauschen, denn die verfügen auch über Erfahrungen. Die "schlanke" Version könnte daher heißen: Generalstab plus kompetente Mitarbeiter im Ministerium, aber bitte nicht im gleichen Haus! Ergo: mehr Geld für die Ausrüstung der Bundeswehr.

Steffen Wurzler, Unterhaching

Echte Spekulationssteuer

Zu "Freibetrag für Sparer könnte steigen" vom 7. Februar: Die europäische Aktienkaufsteuer ist tot, jetzt soll es eine nationale geben. Um die Kritik daran zu dämpfen, diskutiert das Finanzministerium eine Erhöhung des Sparerfreibetrags - um unglaubliche 50 Euro im Jahr. Gibt es denn niemanden in der SPD, in der Regierung, im Scholz'schen Finanzministerium, meinethalben auch im Freundeskreis, der dem Minister sagt: "Olaf, das ist Murks, gib das Thema Aktienkaufsteuer auf und kümmere dich lieber um eine echte Spekulationssteuer, wie das seit mehr als zehn Jahren geplant ist!"

Martin Köhle, Prien

Transparente Schweinehaltung

Zu "Das mag keine Sau" vom 27. Januar: Ich habe folgenden Vorschlag an den Bauernverband: Er soll den Verbrauchern in Form einer auch für Laien nachvollziehbaren Kalkulation mitteilen, um wie viel teurer ein Kilogramm Schwein sein müsste, wenn die Schweinezüchter den Muttersauen mindestens das Liegen und das artgerechte Säugen der Ferkel mit den dafür notwendigen Mitteln ermöglichen. Wenn dieser Mehrpreis bekannt und von unabhängigen Stellen auf seine Richtigkeit geprüft ist, kann der Einzelhändler (auch Supermarktbetreiber) seine Kunden gezielt befragen, ob dieser Mehrpreis akzeptabel wäre. Es bedarf meines Erachtens einer groß und breit angelegten Aufklärungskampagne von Politik und Erzeugern, die dem Verbraucher die Augen öffnet und ihm Alternativen vorschlägt. Es reicht nicht, wie in unserem Supermarkt geschehen, dass "Strohschwein" angeboten wird, mir aber der dortige Metzger außer dem Hinweis, dass die Sau auf Stroh steht, weiter keine Informationen dazu geben kann. Ich habe leider den Eindruck, dass der Lebensmitteleinzelhandel zwar gerne den Hinweis auf Bioprodukte und angeblich bessere Tierhaltungsbedingungen werbewirksam verwendet, er Nachfragen und detaillierte Informationen dazu aber nicht beantworten kann oder will. Als Verbraucher genügt es mir jedoch nicht, für diese Produkte nur einen oft exorbitant höheren Preis zu bezahlen, ohne zu wissen, welchen tatsächlichen Mehrwert ich damit detailliert und warum habe. Warum habe ich gerade bei Lebensmitteln im Unterbewusstsein immer das Gefühl, über den Tisch gezogen zu werden? Ich bin sicher, dass der Verbraucher bei besserer Information durch den Einzelhandel gerne bereit ist, einen überschaubaren Mehrpreis für Tierwohl zu bezahlen. Dann muss der Einzelhandel aber sehr wohl auf seine Lieferanten einwirken und auf den Verkauf von Billigfleisch verzichten.

Hans Kruft, Zirndorf

© SZ vom 18.02.2020
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