Weitere Briefe:Lockruf ins Verderben

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Warum mit einer Audio-Anlage für Mauersegler noch nichts gewonnen ist. Andere Zuschriften befassen sich mit mehr S-Bahngleisen auf Außenästen, mit Halteverbots-Fragen und mit Sparaufrufen für Strom und Gas.

Warten auf pünktliche Züge

"Von Empörung bis Achselzucken" vom 23. Juni:

Wie lange dürfen sich hunderttausende Fahrgäste diese Lachnummern eigentlich noch bieten lassen? Eine Ex-Ministerin, die die Zweigleisigkeit massiv vorangetrieben haben will, aber auch nur ein zweites Gleis für die S 4 lange Zeit genauso hartnäckig blockiert wie ihre Vorgänger, ein S-Bahn Chef, der inzwischen nur noch die Dauerkrise managt statt ein Verkehrsmittel, und allerhand lokalpolitische Prominenz, die genau das moniert, was die Freunde mit gleichen Parteibüchern - egal welcher Couleur - verkehrspolitisch angerichtet haben. Ob es uns passt oder nicht: Der Bund als Eigentümer verpflichtet DB Netz zu größtmöglicher Wirtschaftlichkeit, und da ist es allemal am einträglichsten, per Digitalisierung die Infrastruktur bis an die Grenzen mit Zügen vollzustopfen.

Man braucht sich ja nur das vor einem Jahr vorgestellte Programm "Bahnausbau für die Region München" zu Gemüte zu führen,: Jede Menge "zu untersuchender Maßnahmen", aber keine eigenen S-Bahn-Gleise auf hochbelasteten Abschnitten nach Neufahrn und Markt Schwaben. Es ist lukrativer, für Verspätungen Pönale zu zahlen, als wesentlich mehr Gleis-Reserven zu unterhalten. Das Karussell der Unzuständigkeiten wird sich munter weiterdrehen: DB, Bund, Freistaat und Landeshauptstadt spielen in trauter Einigkeit im Tieftunnel Modellbahn, und die Fahrgäste auf den Außenstrecken warten auch die nächsten Jahrzehnte auf pünktliche Züge.

Thomas Kauderer, München

Lockruf ins Verderben

"Audioanlage soll Mauersegler anlocken" vom 23. Juni:

So löblich die Neubauten für die Mauersegler in Regen sind, stellt sich mir doch die Frage, wie die Tierchen denn über versiegelten Flächen und aparten Kiesgärten Nahrung für sich und die Kinderschar finden sollen. Was nützt das schönste Eigenheim, wannst nix zum Fressen hast?

Charlotte Schaffarz, München

Stehen lassen, schwer gemacht

"Polizei sperrt für G-7-Gipfel Tunnel am Mittleren Ring" vom 20. Juni:

Eigentlich bin ich ja immer dafür, den Anweisungen der Ordnungshüter Folge zu leisten, aber die "Warnung des Polizeipräsidiums" ist schon sehr zwiespältig: "Das Auto sollten die Münchner auch wegen einiger Halteverbote stehen lassen." Also was denn jetzt? Es wird verboten zu halten, aber wir sollen das Auto stehen lassen? Liebe Polizei, ich bitte um Aufklärung.

Elisabeth von Mahs, Moosach

Immer auf Mathe herumhacken

"Es war die schönste Zeit" vom 24. Juni:

Fürwahr Glanzleistung, zum wiederholten Mal das Fach Mathematik abzuwerten. So positiv der gewählte Zugang ist, Schülerinnen und Schüler zu Wort kommen zu lassen, so eintönig ist das Mathe-Thema in dieser Form ("eins steht fest: Mathe und ich werden keine Freunde mehr").

Nicola Rauch, Rankweil/Österreich, Mathematiklehrerin

Boomerang der Sanktionen

"Das kann noch weiter eskalieren" vom 21. Juni: Der Manager Thomas Meerpohl von den Stadtwerken München warnt die Münchner Haushalte. Sie sollten deutlich weniger Strom verbrauchen, um die Folgen der gedrosselten russischen Gaslieferungen abzufedern und die Gasspeicher für den Winter zu füllen. Wir sollen jetzt "freiwillig" mithelfen - kälter duschen und kochen -, damit es später weniger zwangsweise "gesetzliche Eingriffe" braucht. Sollte statt Kochen, Duschen, Heizen nicht besser die energieverschwenderische digitale Aufrüstung gebremst werden? Auch, um vor zunehmenden Cyberangriffen analog besser gewappnet zu sein? Meerpohl findet es "beunruhigend, wenn man weiß, dass auf russischer Seite nicht rational nach wirtschaftlichen Kriterien agiert wird". Mir scheint unsere eigene Regierung viel irrationaler: Sie hat die katastrophalen Folgen ihrer Sanktionspolitik als Antwort auf den russischen Angriffskrieg nicht mitgedacht! Putin schlägt mit unseren eigenen Waffen zurück.

Sabine Matthes, München

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