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Weitere Briefe:Honig-Test ohne heimische Ware?

Dass nur Supermarktware geprüft wurde, moniert ein Leserbrief. Andere befassen sich mit Björn Höckes Beamtenstatus und mit Andreas Scheuers Maut-Misserfolg.

Nur Supermarkt-Honig

"Einfach spitze, Honey!"? Nein! Der Honig-Test in der Wochenend-Ausgabe vom 30./31. Januar ist ebenso überflüssig wie ärgerlich. In Zeiten, wo aus gutem Grund regionale oder lokale Produkte beim täglichen Einkauf immer mehr Gewicht erhalten sollten, werden hier Supermarkt-Produkte getestet, deren Herkunft mich ungläubig staunen lässt: Bei den insgesamt 20 Herkunftsangaben tauchen neun Mal lateinamerikanische Länder auf, Deutschland dagegen ein einziges Mal. Der Honig-Testsieger ist aus Mexiko! "Gutem Honig merkt man seine Herkunft an", schreibt Felix Knoke im Begleittext. Wirklich? Merkt man die mexikanische Herkunft? Ich kaufe meinen Honig lieber beim Imker, den ich kenne. Mein Honig ist vielleicht nicht ganz so bio, dafür aber hat er sicher eine bessere Ökobilanz als der aus Mexiko eingeführte. Christa Niklas, Ingolstadt

Höckes Beamtenstatus

Vollkommen recht hat Annette Ramelsberger ("Was sich gehört" vom 29. Januar). Und hier ein Vorschlag für einen längst überfälligen konkreten Schritt aus der Angst vor den Rechtsextremen: Umgehender Entzug des Landesbeamtenstatus in Hessen (ausgerechnet dem Bundesland, in dem Walter Lübcke von einem Neonazi erschossen wurde) für Björn Höcke, den man meines Wissens immerhin mit richterlicher Genehmigung als "Faschisten" bezeichnen darf. Eine Person mit den öffentlich geäußerten Einstellungen eines Höcke, die sogar vom Verfassungsschutz als Verdachtsfall eingestuft wird, hat nun wirklich überhaupt nichts verloren in der besonders gesicherten, anständig alimentierten und mit besonderen Treuepflichten gegenüber unserer Demokratie verbundenen Position als Staatsdiener. Dass niemand gewillt zu sein scheint, ihn daraus zu entfernen, könnte man auch als Skandal bezeichnen. Wo bleibt die Bereitschaft von Richtern und Verwaltungen, diese Selbstverständlichkeit endlich zu erkennen und auch umzusetzen? Es gab Zeiten in dieser Bundesrepublik, wo man Leuten aus weit harmloseren Gründen als bei Höcke die Aufnahme in den Staatsdienst von vornherein verwehrt hat. Michael Lohr, Ettringen

Erkenntnisse zur Maut

Zum deutschen Bemühen um ein funktionierendes Mautsystem ("Minister Unverantwortlich", 29. Januar) lässt sich feststellen: 1. Deutschland hat kein Mautsystem. 2. Verkehrsminister Scheuer hat keine Fehler gemacht. 3. Der Steuerzahler bleibt auf Kosten von mehr als einer halben Milliarde Euro sitzen. 4. Das schärfste Schwert der Demokratie, der parlamentarische Untersuchungsausschuss, ist stumpf. 5. Die zuverlässigste Lebensversicherung eines Ministers ist die Erinnerungslücke. 6. Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus: Die Union schont Scholz, die SPD Scheuer.

7. Das Vertrauen der Bürger in die Politik kann, weil längst nicht mehr vorhanden, nicht weiter sinken. 8. Allgemein: Die Demokratie ist zum Spielball für Populisten und Scharlatane geworden. Josef Geier, Eging am See

© SZ vom 05.02.2021
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