Klimaschutz:Über die Notwendigkeit von Kurzstreckenflügen

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Solange über das Wie diskutiert wird und Kurzstreckenflüge nicht generell infrage gestellt werden, wird jeglicher Klimaschutz scheitern, meinen SZ-Leser.

Zu "Bloß kein Verbot" vom 28. Oktober:

Macht mal langsamer!

SZ-Autorin Christina Kunkel betrachtet in ihrem Kommentar das Problem der Kurzstreckenflüge nur aus der Perspektive des Zeitgewinns: Bloß nicht verbieten, weil viele Menschen ja möglichst schnell von A nach B kommen wollen. Greenpeace macht übrigens den gleichen Fehler, wenn es Bahnfahrten und Flüge miteinander vergleicht. Wann endet die ständige Beschleunigung, dieses "Immer schneller, immer weiter"? Die Wissenschaft weiß seit Jahrzehnten, dass der ständig zunehmende Verkehr bei allen Verkehrsträgern durch immer kürzeren Reisezeiten entsteht. Wenn wir also mehr Klimaschutz durch weniger Personenkilometer wollen, müssen wir endlich den Verkehr insgesamt entschleunigen statt wie immer weiter zu beschleunigen. Auch die Dienstreisenden können entweder per Video-Konferenz oder eben doch mit Übernachtung ihrer Arbeit nachgehen. Die Kurzstreckenflüge sollten nicht nach der Dauer verboten werden, sondern ganz grundsätzlich, weil wir die Klimakrise erfolgreich bekämpfen wollen.

Stefan Flaig, Marbach

Hamburg - Lissabon

Wenn die Frage lautet, wie komme ich mit "vertretbarem Aufwand" von Hamburg nach Lissabon, dann bleibt selbstverständlich nur das Flugzeug übrig. Bei dieser Frage wird unterstellt, dass nicht zu hinterfragen ist, wieso jemand von Hamburg nach Lissabon will. Wenn ich aber frage, wieso jemand überhaupt von Hamburg nach Lissabon will und ob man sich solche Reisen in Zeiten, in denen CO2-Emissionen eingespart werden müssen, überhaupt noch "leisten" kann, dann ist das Resultat ein ganz anderes. Deshalb setzt meines Erachtens die ganze Verbotsdiskussion an der falschen Stelle an: Es sollte die Diskussion über das Ob, nicht über das Wie geführt werden. Solange aber die Diskussion immer über das Wie geführt wird, wird unterstellt, dass das Anliegen an sich nicht diskutiert werden kann, dass also "unser Lebensstil nicht verhandelbar ist". Wenn dies die Prämisse ist, dann wird jeglicher Klimaschutz scheitern.

Erich Würth, München

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