Kinder:Familien fördern, aber richtig

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Leserbriefe sind in keinem Fall Meinungsäußerungen der Redaktion. Wir behalten uns vor, die Texte zu kürzen.

Außerdem behalten wir uns vor, Leserbriefe auch hier in der Digitalen Ausgabe der Süddeutschen Zeitung und bei Süddeutsche.de zu veröffentlichen.

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In Deutschland werden wieder mehr Kinder geboren. Ein Leser stellt heraus, dass es in erster Linie Migrantinnen seien, die die Rate heben. Dies bedürfe zusätzlicher Anstrengung beim Thema Integration.

"Die Rückkehr der Kinder" vom 29. März:

Große Herausforderungen für die Gesellschaft

Der oben genannte Artikel berichtet zunächst sehr ausführlich darüber, dass sich infolge der von der Politik ergriffenen Maßnahmen immer mehr Frauen, auch Akademikerinnen, für Kinder entscheiden. Über die hohe Geburtenrate von Migranten wird zwar berichtet, sie wird aber als Randeffekt abgetan. Ein Blick auf die beigefügte Grafik zeigt allerdings, dass der Geburtenanstieg nur wenig mit einer erstarkenden Freude der hier aufgewachsenen Frauen am Kinderkriegen zu tun hat, sondern fast ausschließlich auf die hohen Geburtenraten unter den Migranten zurückzuführen ist. Im Vergleich zum Vorjahr wurden beispielsweise im Jahr 2015 mit 738 000 Babys 22 650 Babys mehr geboren. Davon entfielen allerdings 17 000 zusätzliche Babys auf Migranten, insbesondere Syrer und Türken, und lediglich gut 5000 zusätzliche Babys auf hier aufgewachsene Mütter.

Zukünftig steht die Gesellschaft vor großen Herausforderungen. Der Bevölkerungsanteil der Bürger mit Migrationshintergrund wird wegen deren höherer Geburtenrate deutlich zunehmen, was große Anstrengungen für eine möglichst rasche Integration erfordert. Familienförderung sollte in erster Linie im Ausbau von Kitas bestehen. Die derzeit sehr komplexe direkte finanzielle Förderung der Eltern sollte vereinfacht werden, indem die Zuwendungen auf das Bruttoeinkommen angerechnet werden und auf diese Weise der progressiven Besteuerung unterworfen sind. Gutverdiener werden auf diese Weise weniger gefördert als Schlechtverdiener.

Nicht übersehen werden sollte der Auftrag des Grundgesetzes, das fast nur von Rechten spricht, aber im Artikel 6 (2) festlegt, dass die Pflege und die Erziehung der Kinder das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht sind. Eine staatliche Betreuung der Kinder bereits vor dem dritten Lebensjahr wird diesem Auftrag des Grundgesetzes kaum gerecht. Dr. Heiko Barske, Seefeld

Sicherheit und Geburtenrate

Leider bleibt ein ganz wesentlicher Faktor für die Steigerung der Geburtenrate ungenannt: die Sicherheit in unserem Land. Die sozialen Systeme funktionieren, wir erleben einen seit der Bankenkrise 2009 anhaltenden wirtschaftlichen Aufschwung und einen stabilen Rechtsstaat. Wenn sich Menschen sicher fühlen, dann setzen sie Kinder in die Welt, für die sie auf eine gute Zukunft hoffen dürfen. Das gilt auf der ganzen Welt. Nun ist es aber zum Trend geworden zu klagen: über das "System Merkel", die Verelendung der Massen stehe quasi vor der Tür, Missstände und Fehlentwicklungen, wohin man blicke, eigentlich stehe Deutschland ja am Abgrund. Mit Hannah Arendt gesprochen, ist die grundlegende Aufgabe des Staates, für Sicherheit zu sorgen, damit die Freiheit gedeihe. Und die Kinder. Dr. Thomas Lukowski, München

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