Großbritannien emigriert

von Andreas Oldag Daniel Connon hat Wirtschaftswissenschaften und Management an der Universität von Oxford studiert. Früher war dies ein Garantieschein für einen hochbezahlten Job im Londoner Finanzviertel. Doch Connon macht sich angesichts der schweren Rezession und Finanzkrise keine Illusionen. "Ich muss damit rechnen, längere Zeit einen Job zu suchen", meint der 27-Jährige. Tausende junger Berufsanfänger sind in der gleichen Situation: Während die britische Wirtschaft noch 2007 händeringend nach Fachkräften suchte, hat sich der Arbeitsmarkt erheblich verschlechtert. Die Jobsuche gerät zum Vabanquespiel. Die Einstiegsgehälter sinken. Besonders hart hat es die Finanzbranche getroffen - einst die treibende Kraft der britischen Wirtschaft. Einer Umfrage zufolge überlegen bis zu 30 Prozent der Beschäftigten im Londoner Banken- und Finanzgewerbe, wegen schlechter Karriereaussichten die Stadt zu verlassen. Als bevorzugte Orte werden dabei Hongkong, Shanghai, Dubai und Zürich genannt.

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26. Juni 2009, 17:132009-06-26 17:13:00 © sueddeutsche.de