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Weibliche Führungskräfte:Stipendien für Frauen

Da es nach wie vor an Managerinnen mangelt, haben einige Business Schools spezielle Förderprogramme für Frauen entwickelt.

Von Christiane Bertelsmann

Ernüchternde Zahlen: Nicht einmal 30 Prozent aller erwerbstätigen Frauen arbeiten in Führungspositionen, meldete das Statistische Bundesamt im vergangenen Herbst. In den Chefetagen der deutschen Wirtschaft sieht es noch männlicher aus: Dort liegt der Anteil an Frauen laut einer Auswertung des Prüfungs- und Beratungsunternehmens EY gerade mal bei 8,6 Prozent. Wirtschaftsschulen versuchen deshalb, mit Stipendien Frauen für Managementaufgaben zu professionalisieren. "Wir haben in unseren EMBA-Studiengängen nicht selten reine Männergruppen, das wollen wir ändern", sagt Regina Feketics, Program Director Executive MBA an der Hochschule Furtwangen. Dort können sich bereits seit 2014 Frauen für Teilstipendien im EMBA-Studiengang bewerben. Das Stipendienprogramm wurde in diesem Jahr wieder neu aufgelegt. "Da sich viele Geflüchtete für ein Studium bei uns interessierten, schrieben wir kurzzeitig statt des Frauenstipendiums ein Diversity-Stipendium aus", sagt Feketics. Doch da gab es keine Bewerber - die Zielgruppe war zu unklar. Jetzt also wieder ein Frauenstipendium. Drei Teilnehmerinnen können es bekommen, es umfasst ein Drittel der Studiengebühren. "Mehr Frauen im Kurs zu haben, ist für alle bereichernd, denn Frauen haben oft einen ganz anderen Blick auf viele Themen", so Feketics.

Auch andere Schulen bieten Frauenstipendien. Bereits seit 2005 vergibt die Hochschule für Wirtschaft und Recht jährlich vier MBA-Frauenstipendien in Höhe von je 5000 Euro. Die Mannheim Business School hat einen Frauenschwerpunkt mit dem Programm Women@mba, der Stipendien, Mentoringprogramme und Workshops umfasst. Die WHU Otto Beisheim School of Management bietet zwei Frauenstipendien im EMBA-Programm pro Jahr, eines in Höhe von etwa 15 000 Euro, das zweite deckt bis zu 20 Prozent der Studiengebühren ab. Rick Doyle, Programmdirektor an der ESMT Berlin, betont, es gebe Frauenstipendien bei der ESMT, aber diese seien nicht alles: "Wir wollen Frauen in alle Bereiche mit einem ganzheitlichen Ansatz integrieren - in der Lehre, durch Masterclass-Vortragsreihen oder Angebote für Programmierung."

© SZ vom 05.04.2019
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