Vergütung Weibliche Vorstände verdienen mehr

Frauen sind in den Vorständen deutscher Unternehmen zwar noch immer selten. Einmal dort angekommen verdienen sie jedoch deutlich besser.

Frauen sind in den Vorständen deutscher Unternehmen zwar noch immer nicht so häufig vertreten wie Männer - einmal dort angekommen verdienen sie aber deutlich besser. Einer Analyse der Unternehmensberatung EY zufolge lag die Gesamtvergütung weiblicher Vorstandsmitglieder 2017 über alle Indizes hinweg bei durchschnittlich 2,1 Millionen Euro, knapp zwei Prozent mehr als im Vorjahr. Bei den Männern waren es 1,8 Millionen Euro - ein Plus von 0,7 Prozent. Die Vergütung der Frauen übertraf die der Männer damit bereits das dritte Jahr in Folge, wie EY mitteilte. Aus Gründen der Vergleichbarkeit rechneten die Autoren der Analyse die Vorstandsvorsitzenden heraus, weil es dort zum einen kaum Frauen gibt und zum anderen deren Vergütung noch einmal deutlich höher ist als die der übrigen Vorstandsmitglieder.

"In den Vorstandsetagen der Dax- und MDax-Unternehmen ist die Lohnlücke geschlossen und die Gleichberechtigung bei der Vergütung bereits Realität", sagte EY-Experte Jens Massmann. Einer der wesentlichen Gründe für diese Entwicklung ist die gute Verhandlungsposition von Frauen. So seien besonders die größeren Unternehmen unter Druck, Frauen in ihre Vorstände zu holen, da geeignete Kandidatinnen aber schwer zu finden seien, steige ihr Marktwert, hieß es.

EY-Expertin Julie Linn Teigland bezeichnete vor allem die "Aufholjagd" der Frauen in den Dax-Unternehmen als "eindrucksvoll", dort hätten sie in den vergangenen vier Jahren fast viermal so stark zugelegt wie die Männer. Seit 2013 konnten Frauen demnach ihr Gehalt um 15 Prozent steigern, Männer um vier Prozent. Auch im MDax, wo die mittleren Unternehmen gelistet sind, war der Abstand deutlich. Nachholbedarf gebe es hingegen bei den kleineren Firmen und bei den im TecDax gelisteten Unternehmen.