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OEDC-Studie:Großes Gefälle

Gut ausgebildete Frauen verdienen insbesondere in Deutschland deutlich weniger als Männer. Das zeigt eine Untersuchung der OECD.

Die Beschäftigungschancen von Erwachsenen mit klassischer Berufsausbildung in Deutschland haben sich in den vergangenen zehn Jahren laut einer Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) deutlich erhöht. Ihre Beschäftigungsquote sei von 78 auf 84 Prozent gestiegen, heißt es in dem Bericht "Bildung auf einen Blick 2019". In den Industriestaaten insgesamt sei dagegen der Anteil in diesem Zeitraum gesunken - von 79 auf 78 Prozent. Die Beschäftigungsquote von höher qualifizierten Erwachsenen mit einem sogenannten Tertiärabschluss in Deutschland - vor allem Hochschulabsolventen - stagnierte dagegen bei 88 Prozent. Zu Tertiärabschlüssen zählen hierzulande unter anderem Abschlüsse an Fachhochschulen, Berufs- und Fachakademien oder Fachschulen.

Trotz der verbesserten Jobchancen verdienen Erwachsene ohne Hochschulabschluss der Studie zufolge deutlich weniger als solche mit akademischer Ausbildung: Sie bekommen in Deutschland 39 Prozent weniger als Personen mit einem Bachelor-Abschluss. Im OECD-Durchschnitt ist das Verdienstgefälle mit 31 Prozent nicht so stark ausgeprägt. In der Bundesrepublik stellen Frauen etwa 50 Prozent der Studienanfänger in Bachelorstudiengängen. In Studiengängen, in denen ein Master erworben wird, sind es sogar mehr als 60 Prozent.

Dennoch verdienen Frauen weniger als Männer. "Das Verdienstgefälle ist in Deutschland auf höheren Bildungsstufen größer als im Durchschnitt der OECD-Länder, insbesondere unter den 35- bis 44-Jährigen", heißt es in der Untersuchung. Demnach beziehen weibliche Arbeitskräfte im Durchschnitt nur 72 Prozent des Gehalts ihrer männlichen Kollegen. Insbesondere Frauen studierten und arbeiteten häufig in Bereichen, in denen das Arbeitsentgelt möglicherweise geringer ist, und entschieden sich zudem für Teilzeitarbeit, was zu einem verzögerten Gehaltsanstieg in ihrer beruflichen Karriere führen dürfte, heißt es in dem Bericht der OECD. 31 Prozent der erwerbstätigen Frauen mit Tertiärabschluss arbeiteten 2017 in Deutschland in Teilzeit, während es im Durchschnitt der OECD-Länder nur 24 Prozent waren.

Die Untersuchung lässt sich kostenfrei unter dem folgenden Link abrufen: www.bmbf.de/de/bildung-auf-einen-blick-2014-1231.html