Liste der bedrohten Berufe Der Roboter als Konkurrent

Dem Roboter Erica (links) hat der japanische Forscher Hiroshi Ishiguro eine Stimmerkennungstechnik eingebaut.

(Foto: Lars Nicolaysen/dpa)

Pfleger, Lagerarbeiter, Fahrer Verkäufer und Hilfskräfte werden bald durch Maschinen ersetzt: Der "Job-Futuromat" zeigt, welche Berufe gefährdet sind.

Von Klaus Tscharnke/dpa

Der Roboter - Kollege oder Konkurrent? Das fragen sich in Zeiten zunehmender Digitalisierung derzeit viele Beschäftigte. Tatsächlich braucht es oft gar nicht die "Industrie 4.0" mit vernetzten Werkshallen, um Arbeitskräfte aus der Produktion zu verbannen. Heutige Maschinen und Software reichen schon aus, um Beschäftigte aus Fleisch und Blut zu ersetzen.

Rein technisch ist bereits jetzt ein knappes Drittel aller Berufe zwischen 50 und 100 Prozent von Maschinen, Computern oder Robotern ersetzbar. Das lässt sich anschaulich in der Datenbank "Job-Futuromat" sehen, die das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung und die Bundesanstalt für Arbeit auf Initiative der ARD angelegt haben. Bei 23 Prozent aller Berufe ist der Einsatz von Robotern oder Computern dagegen allenfalls in Teilbereichen möglich. 23 Prozent der Berufe sind so spezialisiert, dass dort der Maschineneinsatz keinen Sinn macht.

Ob automatisierbare Arbeiten tatsächlich von einer intelligenten Computersoftware oder einem Roboter erledigt werden, ist nach Einschätzung von Arbeitsmarktexperten allerdings nicht nur eine technische Frage. Menschliche Arbeit könne eben manchmal wirtschaftlicher, flexibler und besser sein als die eines Roboters. Wie es derzeit um die Automatisierbarkeit von menschlicher Arbeitskraft steht, kann man dem "Job-Futuromat" entnehmen (https://job-futuromat.ard.de). Hier die Angaben in den sieben wichtigsten Berufsfeldern, gemessen an der Zahl der Beschäftigten:

Bürokraft/Kaufmännische Fachkraft. Der Automatisierungsgrad liegt in diesen Berufen schon heute bei 83 Prozent und ist damit sehr hoch. Nach Einschätzung von Arbeitsmarktforschern könnten von sechs klassischen Tätigkeiten, die für die 1,627 Millionen Beschäftigten in diesem Bereich anfallen, schon heute fünf von Maschinen erledigt werden.

Lager- und Transportarbeiter. Rein technisch ist auch hier ein Großteil der Arbeiten automatisierbar. Schon heute lassen sich 71 Prozent der klassischen Lagerarbeiten maschinell erledigen. Das gilt für fünf von sieben Tätigkeiten, sind Arbeitsmarktforscher überzeugt. Ob sich am Ende die Chefs auch dafür entscheiden, ist eine andere Frage.

Berufskraftfahrer. Beim bisherigen Stand der Technik brauchen Angehörige dieser Berufsgruppe erst einmal nicht zu befürchten, dass ein Computer ihren Job übernimmt. Der Automatisierungsgrad etwa von der Tourenplanung bis zum Steuern der Fahrzeuge liegt laut "Job-Futuromat" bei null. Mit dem automatisierten Fahren könnte sich das allerdings schnell ändern.

Krankenschwester/Krankenpfleger. Ein Pflegeroboter am Krankenhausbett - das ist in den Augen von Forschern zur Zeit ebenfalls schwer vorstellbar. Entsprechend sehen sie den Automatisierungsgrad beim Job der bundesweit ungefähr 673 700 Krankenpfleger bei null.

Verkäufer/Verkäuferin. Dagegen sind die 870 000 Verkaufsmitarbeiter keineswegs sicher vor Rationalisierungen. Für sie sehen Experten eine Automatisierbarkeit von immerhin 67 Prozent. Dass Roboter einen Kunden beim Modekauf beraten könnten, halten auch sie zwar für zweifelhaft. Andere Arbeiten könnten sie aber gut erledigen.

Bankkaufleute. Für nur teilweise ersetzbar halten Forscher hingegen Geldgeschäfte bei Banken. Hier sehen sie eine Automatisierbarkeit von 38 Prozent. Drei von acht klassischen Tätigkeiten eines Bankkaufmanns könnten technisch schon heute Maschinen übernehmen.

Helfer in der Metallindustrie.

Vor Umwälzungen stehen den Forschern zufolge auch die Arbeitsplätze in der Metallindustrie. Zumindest einfachere Arbeiten lassen sich dort bereits heute zu 79 Prozent ersetzten. Egal ob Stanzen, Abkanten, Entgraten, Pressen oder Polieren - vieles leisten Maschinen oder könnten es zumindest, wenn es Chefs denn wollen.