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Ideen-Wettbewerb Generation D:Gesucht: Weltverbesserer

Sie liefern heimisches Obst auf Fahrrädern oder unterrichten Schüler im Umgang mit Social Media. Auf die Dot.com-Unternehmer der Jahrtausendwende folgen nun die Aufklärer und die Öko-Pioniere. Ein Streifzug durch die Gründerszene.

Frühlingszwiebeln, Spargel, Radieschen, Äpfel - die grüne Kiste des Mannheimer Studentenprojekts "Regio-Velo" ist bis zum Rand voll mit frischem Obst und Gemüse. Zweimal die Woche werden die Boxen ausgefahren, beliebt sind sie vor allem bei jungen Familien und Berufstätigen, eben all jenen, die sich gesund und ökologisch sinnvoll ernähren wollen, aber nicht die Zeit haben, auf dem Markt einzukaufen.

Gemüse und Früchte vom Biobauern

Frisches Obst vom Bauern aus der Region: Das Prinzip "Öko-Kiste" erfreut sich immer größerer Beliebtheit - auch als Geschäftsmodell.

(Foto: DPA)

Diesen Service gibt es in vielen deutschen Städten. Das Besondere an dem Mannheimer Projekt: Das Gemüse wird vom Fahrradkurier gebracht und kommt garantiert aus der Rhein-Neckar-Region. "So spart man doppelt CO2 und unterstützt die lokale Landwirtschaft", erklärt Projektleiterin Sophia Weisener.

Die zehn Studenten, die hinter der Initiative stehen, sind damit zurzeit fast Vollzeit beschäftigt. Vor gut einem Jahr hatten sie die Idee zu Regio-Velo. Bald darauf war der Business-Plan fertig, die Finanzierung gesichert. Sieben Bauern holten Weisener und ihr Team mit ins Boot. Sie belieferten selbst erste Kunden in einem Pilotprojekt, teilten Flyer und Werbe-Karotten aus und kauften ein Fahrrad mit Anhänger für den Vertrieb. Ihre Initiative kam im vergangenen Jahr bis ins Finale des deutschlandweiten Ideenwettbewerbs Generation D.

Der Wettbewerb will all jene fördern, die mit ihren Geschäftsideen nicht nur Geld verdienen, sondern nachhaltig etwas verändern wollen. Die Öl-Katastrophe im Golf von Mexiko, die jüngste Finanzkrise, die Kriege in Nordafrika oder der Atomunfall in Fukushima führen jungen Leuten mehr denn je vor Augen, wie wichtig es ist, im Einklang mit Gesellschaft und Natur zu leben und eben auch zu wirtschaften. Business-Ideen, die nur darauf zielen, schnell viel Geld zu verdienen, sind weniger gefragt, manchmal auch zu kurzatmig, um damit eine Existenz sichern zu können.

Aus der Pubertät erinnern sich einige Jungunternehmer noch an den schnellen Aufstieg und dramatischen Niedergang der New Economy. Damals, zur Jahrtausendwende, setzte eine ganze Gründergeneration auf das Internet wie ein Jahrhundert zuvor aufs Auto oder noch früher auf die Eisenbahn. Doch die großen Hoffnungen erfüllten sich zunächst nicht. Das Netz entpuppte sich als zwar als fortschrittlicher Kommunikations- und Vertriebskanal, wirkte in vielen Bereichen produktivitätssteigernd,aber als Allheilsbringer wurde es überschätzt.

Garantierte ein Dot.com im Firmennamen an der Börse zunächst Milliardenerlöse, folgten bald drastische Abstürze - hoch gesteckte Erwartungen erwiesen sich als unerfüllbar, viele Unternehmer und Anleger machten herbe Verluste. Heute gehören Internetplattformen, Phantasie-Namen und Hochglanzprospekte nicht mehr zum guten Ton. Stattdessen sind Geschäftsmodelle gefragt, die soziale und nachhaltige Ziele verfolgen und sich den Fragen von morgen stellen.

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